Weißes Korn auf weißem Grund

Wenn man rausgeht in den Schnee und wenn es immer noch bewölkt ist und schneit, dann bekommt man weiße Bilder. Das ist nun mal so. (Klick macht groß)

(Film Ilford PanF 50, nach Packungsanweisung entwickelt mit Rodinal 1:50, 11 Minuten. Pro Minute 10 Sek. bewegt)

Beim nächsten Mal werde ich es mal mit deutlich weniger Gezappel während der Entwicklung probieren – höchsten einen Schwenk pro Minute – oder einen anderen Entwickler benutzen. Für mein Gefühl kommt der Film hier mit viel zu viel Korn.

4
0

November – wie im Himmel, so auf Erden

Verlassene Gebäude, Ruinen und noch einiges anderes Unperfektes üben auf mich doch einen großen Reiz aus. Vom fotografischen Standpunkt betrachtet. Allerdings kann es vorkommen, dass mich während oder nach Ausflügen zu solch speziellen Sehenswürdigkeiten, die Tristesse überkommt – ja anfällt. Je nach Wetterlage oder Jahreszeit muss ich die aufkommende trübe Stimmung anschließend mit einem Milchkaffee und ein bisschen Jazzmusik in kuscheliger Kneipenatmosphäre kompensieren. So auch gestern.

Chris und ich waren auf dem Gelände der Expo 2000 in Hannover unterwegs. Hier stehen ehemals glänzende Expo-Pavillons halb ausgeweidet, teils mit Brandschäden auf jeden Fall aber abgesperrt herum. Aus manchen steigen patroullierende Amtsträger aus anderen hört man Geräusche von “Handwerkern”.  Sie bieten ein düsteres Bild. Es sind Gebäude die Trauer tragen.

Hier ein paar Eindrücke, klick macht Bildergalerie zum Durchblättern.
(Film Lucky SHD 100 NEW, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800)

1
0

Das Zicklein

Selbst auf völlig unspannenden – weil halbleeren – Hallenflohmärkten (ich schrieb bereits darüber) kann einem mithin Gutes widerfahren. Nämlich dann, wenn frau zwischen halb verschimmeltem Kellergut zwei vernachlässigte und bestimmt lange Jahre missachtete kleine Kameraschätzchen entdeckt und man die Chance bekommt, sie zu retten. Wenn der Lieblingsmensch die beiden dann durch Zücken des Geldsäckels heldenhaft auslöst, ist der Weg frei für eine wunderbare Freundschaft. Oder so ähnlich …

Nun, wie auch immer … als Resultat dieses Streifzugs lag die rechte dieser beiden Damen auf meinem Geburtstagsgeschenke-Tisch. Die kleine Brownie Starlet ist schon eine alte Dame, denn die Kameras wurden in dieser (meiner) Version zwischen 1953 und 1954 gebaut. Im Grunde handelt es sich bei dieser Brownie um eine aufgehübschte Plastikbox mit (seitenrichtigem) Sucher.

Die Starlet nimmt 127er Babyrollfilm und fabriziert darauf 4x4cm große Bilder. Verstellen kann man sogut wie nichts – es gibt genau zwei Einstellungen: 13 Color sowie 14 B & W. Das war’s. Die kluge Frau schaut sich natürlich als Erstes genau an, was passiert, wenn man das kleine Schieberchen von B&W auf  Color umstellt.
Die kluge Frau … also nicht ich.

Naiv – aber sowas von.

Bei ihrem ersten Ausgang hatte ich die Kleine mit einem Rollei Retro 80 S geladen. Die ISO 80 machten mir wegen des bedeckten Wetters zwar ein bisschen Sorgen, aber ich dachte mir “Versuch macht klug, schließlich hatten die damals auch keine empfindlicheren Filme”.

Jaja … soweit so richtig, aber damals waren die Herrschaften wohl nur bei strahlende Sonntagssonne mit den Dingern unterwegs. Vor allem aber haben die wohl den kleinen Schieber auf 13 Color gestellt UM DIE BLENDE WEITER ZU ÖFFNEN – DU DOOFIE. Dass sich Blende in dieser Stellung weiter öffnet, hatte ich bis dato aber noch gar nicht bemerkt. Ich weiß zwar, dass  zu der Zeit die Farbfilme eine niedrigere Empfindlichkeit hatten, aber das ist noch lange kein Grund, daraus auch die nötigen logischen Schlüsse zu ziehen, oder? *gnarf*

Als Ergebnis waren die Negative (bis auf zwei) alle durchsichtig. Diese kleine Zicke!
Lektion gelernt – also

Noch ein Versuch!

In Ermangelung eines Schwarzweiß-Films mit ISO 200 bekam die Kleine einen Efke 100 in den Bauch. Den auf ISO 200 zu pushen würde ja wohl kein Problem sein, oder? Außerdem hatte ich mir fest vorgenommen, den Schieber diesmal auf die größere der beiden Blendenöffnungen zu stellen. Am letzten Oktobersonntag kam dann tatsächlich genau zwei Stunden die Sonne raus. Meine Chance.

Ich bin mit der Kleinen in der Hand einmal rund um den Maschteich  gezuckelt, immer die Parklandschaft und Hannovers “neues Rathaus” im Visier. Witzigerweise erntet man mit dem winzigen Plastikding zwar eine Menge neugieriger Blicke, richtig ernst nehmen tut einen aber niemand. Es rechnet wohl keiner damit, dass dieses Kästchen wirklich Fotos macht.  Hinstellen, anvisieren, abdrücken, ein helles “Klick” … danach knapp drei schnarrende Umdrehungen: Der Spaßfaktor ist enorm – die zwölf Bilder waren ratzfatz verschossen.

Zuhause wurde der Film flugs in Tetenal Neofin Blau gebadet. 1 Fläschchen mit Wasser zu 500 ml Entwicklerlösung angemixt, Film vorwässern, bei 20°C gut 22 Minuten entwickeln, ca 1 Mal je Minute schwenken, stoppen, fixieren wie üblich, wässern wie üblich, ein bisschen Netzmittel ins letzte Badewasser, tropfnass aufhängen … und gucken obs was geworden ist.

Auf den ersten Blick war ich schon wieder enttäuscht, was da von der Lampe in meiner Küche baumelte sah streckenweise ZU gut belichtet aus. Die Schattenbilder waren ok, aber die aus der Sonne … naja, etwas weniger Licht hätte es wohl auch getan. Menno!

Je trockener der Film aber wurde, und je näher ich meine neugierige Nase daran halten konnte, desto besser konnte ich erkennen, dass auch auf den reichlich belichteten Bildern noch genug Zeichnung war. Auf den meisten zumindest. Genauer nachgucken konnte ich noch nicht – mir fehlten noch ein mittelformatfähiger Scanner und 4×4 Diarähmchen als Maske.

Beides ist in der letzten Woche bei mir eingezogen – und siehe da. Ich musste nur bei einem der Bilder die Belichtung korrigieren – alle anderen waren deutlich im grünen Bereich. … und die Anmutung von dem, was die billige Plastiklinse produziert gefällt mir.
Gefällt mir ganz außerordentlich!! #hach

Aber seht selbst (Klick macht grooooß):

und noch ein paar mehr …  (Klick macht Bildergalerie zum Durchgucken):

Was meint Ihr dazu?

5
0

Törtchen?

Trödelmarktbesuche im Winter sind gemeinhin 1. kalt, 2. spannend, 3. ermüdend. Unser Flohmarktversuch am Samstag wäre außerdem (4.) auch noch nass gewesen, hätte es sich dabei nicht glücklicherweise  um einen Hallenflohmarkt gehandelt. Leider fiel wegen dünner Besetzung Eigenschaft 2 (spannend) weg, auch wenn wir durch herzhaftes Feilschen von Chris wenigstens noch einen Aspekt – 5. erfolgreich – abhaken konnten.

Nachdem wir eine angeschimmelte Zeiss Ikon Ikonta, eine müffelnde Voigtländer Vito B und andere missachtete Schätzchen bitterlich beweint hatten, haben wir uns in ein Cafe geflüchtet. Cappuccino tröstet.

Über den  anschließenden Kampf mit meinem Scanner  (da ist doch Zeichnung im Negativ, warum zum Geier sieht er die nicht?? … ) verliere ich besser kein Wort. *gnarf*

[Lucky SHD 100, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800]

3
0

Schwarz, Weiß und Geist-reich.

Ein Wochenende, ein Workshop, ein neuer Film.

Workshops sind für mich eine Möglichkeit, mich mal wieder ausgiebig UND lange mit Fotografie zu beschäftigen – sonst komme ich selten dazu, so viel Zeit am Stück nur einer einzigen Sache zu widmen.

Am Vergangenen Wochenende – beim  zweiten Absolut analog Workshop – wäre also die Gelegenheit gewesen, meine Plastikdosen mit Filmen ein bisschen leerer zu machen. Statt aber an meine Vorräte zu gehen, habe ich mit dem Agfa APX 100 einen frischen Film in meine FE2 gelegt. Zusammen meiner liebsten Festbrennweite, dem 24 mm f/2.8 habe ich mit Chris, Tilla, Micha, Sebastian, Claudia, Eva, Ilka, Julian, Joe und Heinz – kurz, in bester Gesellschaft das Rolleigelände in Braunschweig unsicher gemacht.

Wir zehn haben guten Grund zu vermuten, dass auch der Geist von Herrn Heidecke dabei war – warum bleibt aber unser Geheimnis.

Eine erste Grabung in den Negativen und eine quälend langsame Session mit meinem ollen Scanner förderte Bilder zu Tage, aus denen ich fast einen Eisernen Fotografen basteln könnte: Etwas Surreales, ein Baum, etwas Totes … (jeder Klick macht groß)

(Agfa APX 100, Spürsinn HCD, 1+9, 5:30 Minuten)

5
0