Der perfekte Auflauf

Gastblogger Chris Marquardt hat das Wort.

Es kommt wie es kommen musste, der Urlaub geht langsam zu Ende und die schöne Zeit in den Schweizer Alpen lässt sich nicht beliebig verlängern. Um so besser ist es, ein paar schöne Erinnerungen mitnehmen zu können. Und natürlich (wie könnte es nach dem letzten Beitrag anders sein) dreht sich auch hier alles um das Essen.

Das leibliche Wohl und die Reisen. Ich liebe es, im Urlaub das Essen zu zelebrieren, mit lokalen Zutaten selbst zu kochen und herauszufinden, was die Gastküche der Gastwohnung so alles hergibt. Glücklicherweise bietet unsere aktuelle Unterkunft so ziemlich alles, was man in der Küche (und nicht nur dort) braucht. Und das sogar meist doppelt. Bis auf den Staubsauger, den gibt es in dreifacher Ausführung. Aber ich schweife ab.

Der Urlaub neigt sich also dem Ende zu, und da wird das, was bisher recht lax gehandhabt wurde, langsam zu einer planerischen Aufgabe. Ja, ich rede vom Kühlschrankinhalt. Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man nicht einfach mal eben in den Laden gehen und so mir nichts dir nichts drei Kilo Kartoffeln holen, in der Gewissheit, dass ja noch genug Zeit ist, um die Reste zu verarbeiten. Die Orangensaftvorräte möchten genauso kritisch überdacht werden, wie die Anzahl der Tomaten. Die Marmeladengläser genauso, wie der Frischkäse. Und wenn man dann noch weiß, dass diese Wohnung während der nächsten 6 Monate aufgrund reisender Eigentümer leer stehen wird, wird das Vorräte-Aufbrauch-Problem noch brisanter. Aber nicht umsonst sind wir zumindest in der Küche zwei kreative Köpfe.

Das Stichwort heißt Resteverwertung. Und vor Einkauf oder Anbruch einer neuen Packung erhebt sich fast von ganz alleine und immer öfter der mahnende innere Zeigefinger. Jaaa gut, zuerst die Reste.

Was ein Glück, dass sich die gestrige Bolognese-Soße als ein echtes Meisterstück entpuppt hat, und – EUREKA – es gibt auch davon noch – ja? richtig? – Reste!

Also den Kühlschrank durchwühlt und folgendes ans Licht geholt:

  • Suppengemüse (Lauch, Weißkohl, Zwiebel)
  • Spaghetti
  • Bolognese-Soße
  • Frischer Thymian
  • Frischer Rosmarin
  • Luftgetrockenter Schinken
  • Eingelegte Artischocken
  • Eier
  • Geriebener Käse

Dazu noch etwas Milch, Sahne, Salz und Pfeffer, Muskat und dann los:

Suppengemüse klein schneiden, und in etwas Olivenöl anbraten. Reichlich kleingehackte frische Kräuter untermengen und kurz weiterbrutzeln. Nebenbei: Jamie Oliver sagt ja, dass es weniger wichtig ist, welche frischen Kräuter man verwendet, sondern dass man überhaupt welche ans Essen tut. Und recht hat er!

Weiter.

3 Eier mit etwas Milch, Sahne, Salz, Pfeffer und Muskatnuss verquirlen.

Lage UG: Die Hälfte der gekochten Spaghetti in eine geölte Auflaufform geben, die Hälfte der Eiermasse darübergießen, die Hälfte des Suppengemüses darüber verteilen, etwas Schinken zerreißen und oben auflegen. Dazwischen strategisch günstig das eine oder andere Stück eingelegte Artischocke geben.

Lage EG: Die Bolognese-Soße gleichmäßig verteilen.

Lage OG: Rest von Spaghetti, Gemüse und Eiermasse verteilen, mit Schinkenfetzen bedecken, Artischocken nicht vergessen und mit dem geriebenen Käse abdecken.

Alles bei 200 Grad im Ofen ca. 20-25 Minuten backen, bis die Eimasse gestockt ist.

Zusammen mit einem guten Schluck walliser Dôle (ein Rotweinchen aller erster Güte) nimmt diese Mahlzeit dem nahenden Urlaubsende ein klein wenig den Stachel und lässt vergessen, dass morgen Putztag ist. Aber mit drei Staubsaugern kann uns ja nicht wirklich viel passieren.

Tags:

Monika Andrae

monika.andrae@gmail.com
No Comments

Post a Comment