Eine Woche später

Der Blumenstrauß, den ich bekommen habe, ist inzwischen verwelkt, (beinah) schlaflose Nacht davor ist vergessen, das Schlafdefizit aufgeholt.

Inzwischen kann ich meine große Nervosität im Vorfeld der meiner ersten Austellung wieder relativieren – es ist eben “nur” eine firmeninterne Veranstaltung. Die Eröffnung wird sehr schnell, die Bilder spätestens in drei Monaten, wenn sie durch Werke eines anderen Kreativen ersetzt werden, wieder vergessen sein. Eigentlich also kein Grund wibbelig zu werden, oder?

Trotzdem – es war für mich etwas ganz Neues und Ungewohntes, meine Bilder zu zeigen. An eine echte statt virtuelle Wand zu hängen und Leuten direkt bei der Betrachtung zuzusehen, statt Kommentare auf flickr zu lesen. Ich konnte ihre Reaktionen auf meine Motive direkt beobachten. Manche sind ganz nah herangegangen, um sich das ein oder andere Detail genau anzuschauen. Andere sind in kleinen Gruppen durch die Flure geschlendert, haben mit dem Finger auf auf Dinge im Bild gezeigt, um dann plötzlich über irgendwas darin  angeregt zu diskutieren (über was?). Ich wäre ja am liebsten zu jedem einzelnen gefragt “was siehst Du da”, “wieso gefällt Dir genau das und nicht ein anderes?”. Andererseits, fand es gerade spannend das ganze aus der Entfernung zu betrachten und Leute zu beobachten, die sich unbeobachtet glaubten. Die Reaktionen waren so unterschiedlich – jedem gefiel etwas anderes. Manche im Internet völlig unbeachteten Bilder  bekamen hier – in Serie gehängt – plötzlich viel Aufmerksamkeit. Dagegen blieb mancher  Flickr-All-Time-Favourite eher unbeachtet.

Ich habe meine Fotos plötzlich mit ganz anderen, mit fremden Augen wahrgenommen. So groß, und so sorgfältig “herausgeputzt” habe ich sie noch nie vorher gesehen. Schon bei den Vorbereitungen hatte ich lernen müssen, dass sich manche  – in meinen Augen eher schlechteren – Bilder gut – andere dagegen weniger für einen großen Ausdruck eignen. Und über die Anordnung nach Stil oder Thema und die Zuordnung zu den zur Verfügung stehenden Ausstellungsflächen habe ich mir stundenlang über einem Grundriss den Kopf zerbrochen. Dann – zwischen all den Leuten am Tag der Eröffnung – bin ich ein weiteres Stück auf Distanz zu ihnen gegangen und habe daraus noch mehr  über sie gelernt …. und über (meine) Fotografie. Der Blick auf mögliche Motive wird sich durch diese Erfahrung wieder ein bisschen verändern.

Auch, wenn das alles sehr viel Arbeit gemacht und zusätzlichen Stress bedeutet hat – ich weiß jetzt schon: das will ich öfter haben!

 

Weiterhören oder schauen:

Tags:

Monika Andrae

monika.andrae@gmail.com
1 Comment
  • Goodspeed

    24/04/2009 at 07:47

    Mein Tipp, wenn Du Deine Bilder öfter zeigen willst und Feedback haben willst: örtlicher Fotoclub. Hat sich bei mir sehr ausgezahlt.

Post a Comment