Namaste aus Namche

Heute ist der dritte Trektag und damit unser erster Ruhetag. Wir haben ihn alle noetig – zum Ausruhen und zum Aklimatisieren. Unser erster Tag auf der Piste war eher einfach, es ging in stetigem Rauf und Runter in Summe ca. 200 Hoehenmeter abwaerts nach Phading, wo wir unsere Zelte bezogen.  

“Unser Camp” – das sind ca 12 Zelte, in Summe 16 Guides und  Sherpas, 12 Teilnehmer und 9 Jupkyu (eine Hybride aus Kuh und Yak). Je nach Oertlichkeit und Anzahl der Teilnehmer, die ihre Verdauung auf “Nepali Style” umgestellt haben, kommt noch ein separates 1x1m grosses Zelt fuer eine (zusaetzliche) Oertlichkeit dazu. Diese Oertlichkeit besteht in einem Loch im Boden und einer Rolle Toilettenpapier an einer Schnur parallel zur Zeltwand. (unsere amerikanischen Teilnehmer nenne es das “bathroom tent”.

 

Der Tag beginnt typischerweise mit einem Kaffee oder Tee, den man um sechs Uhr morgens durch die Oeffnung des Zelts gereicht bekommt. Bis acht bleibt Zeit fuer das Ein- und Umpacken der Taschen und fuers  Fruehstueck. Danach geht es auf die Strecke. Gestern mit Ziel Namche Bazaar auf 3500m Hoehe.

 

Von unseren Guides geht immer einer an der Spitze der Gruppe, einer am Ende und einer pendelt zwischen Anfang und Ende und behaelt die Gruppe als Ganzes im Auge. Einer der Sherpas ist auf das Erkennen von Notfallsituationen spezialisiert – d.h. auf das Erkennen von Hoehenkrankheit aber auch auf versagendes Equipment. Auf die Frage, ob auch Durchfall zu den Notfaellen gehoert musste er lachen und meinte “no, no – we consider that normal”. Wir inzwischen auch. (Wir haben einen Club “Nepali Style Digestion” gegruendet und denken derzeit noch ueber ein Clubemblem nach. )

 

Die Landschaft, durch die wir gestern den ganzen Tag gewandert sind, ist im urspruenglichen Sinne des Wortes unbeschreiblich. Die Dimension von Bergen Taelern, Schluchten und Haengebruecken laesst sich auf Fotos  nicht darstellen. Phuuuu, auch auf meinen nicht –  im Uebrigen. Selbst nach zwei Tagen zwischen diesen riesigen Felshaufen kommt mir das alles hier sehr unwirklich vor. Trauemen ist allerdings nicht angesagt. Die Wege sind holprig und man muss immer aufpassen, wo man hintritt. Spaetestens, wenn man  sich auf  einer der schmalen Haengebruecken mit einem Yupkyu  den Weg teilen soll, ist Eile angesagt. Man macht sich am Besten vorwaerts oder rueckwaerts aus dem Staub. Die Biester gehorchen ihren Besitzern naemlich bei Weitem nicht immer – besonders dann nicht, wenn irgendwo Gruenzeug lockt. Dafuehr klettern sie viel gewandter und ausdauernder als wir schmale steile Treppen rauf und runter. Ich wundere mich schon ein paar Mal, auf was fuer superschmalen Stiegen  ich ueberall Yup (= Yupkyu Poo = Yupkyu-Mist) finde. 

 

 

Am Ziel der Tagesetappe liegt   “unser Camp” oberhalb von Namche knapp unter einer tiefhaengenden Wolke und erschient uns allen wohl als der unwirtlichste und Ort dieser Welt. Die Hoehe tut neben den Strapazen des zehnstuendigen Anstiegs ihren Teil dazu, dass wir uns bei der Ankunft nicht wirklich wohl fuehlen.  Auch das lockende Abendessen kann einige nicht davon abhalten,  sich sofort in die Zelte zu verkruemeln. Ich habe das Glueck nur muede zu sein – ich habe das Tagespensum ohne grosse Schwierigkeiten hinter mich gebracht und  stecke auch  die Hoehe gut weg. Ich weiss aber, dass sich sich Beides  praktisch jeden Tag aendern kann.

 

 

Fuer alle ist  es ein langer  Tag. Zwischen dem ersten und dem letzten der Gruppe liegen bei der Ankunft mehrere Stunden. Trotzdem – alle sind trotz Zipperlein heil am Ziel.  Bei Sonnenschein und nach einer durchgeschlafenen Nacht ist der Blick auf Namche Bazaar wunderschoen. Von unwirtlich keine Spur mehr. Und unsere Sherpa Crew versorgt uns sowieso  fuersorglichst mit allem, was wir brauchen.

 

Morgen geht es weiter nach Tengboche und damit verlassen wir den Bereich, in dem wir noch Handyempfang haben. SMS-Versand nach Hause – Fehlanzeige

 

Machts gut allerseits – ich melde mich wieder sobal unser SAT-Equipment das tut, was es soll. Umlaute gibt’s erst wieder, wenn ich an einem deutschen Computer sitze.

 

Monika Andrae

monika.andrae@gmail.com
3 Comments
  • Trudel Marquardt

    08/05/2009 at 12:49

    Danke für Deinen Bericht, es ist schoen von Euch zu hoeren. Hoffentlich geht es weiterhin so gut.
    Ich wünsche Euch viele schoene Erlebnisse-
    Trudel

  • uppsi

    09/05/2009 at 21:34

    Es tut gut, von euch mehr als nur ein paar hastige Zeilen zu hören. Und Dank deiner ungeschlagenen Fähigkeit der im wahrsten Sinne des Wortes lebendigen Sprache möchte man, dass der Bericht möglichst gar nicht endet.

  • Monika

    12/05/2009 at 07:33

    Danke uppsi: das mit der lebendigen Sprache kann sich aber auch jederzeit aendern. Ich bekomme hier naemlich taeglich groessere Sprach- und Formulierungskaries 🙂

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