November – wie im Himmel, so auf Erden

Verlassene Gebäude, Ruinen und noch einiges anderes Unperfektes üben auf mich doch einen großen Reiz aus. Vom fotografischen Standpunkt betrachtet. Allerdings kann es vorkommen, dass mich während oder nach Ausflügen zu solch speziellen Sehenswürdigkeiten, die Tristesse überkommt – ja anfällt. Je nach Wetterlage oder Jahreszeit muss ich die aufkommende trübe Stimmung anschließend mit einem Milchkaffee und ein bisschen Jazzmusik in kuscheliger Kneipenatmosphäre kompensieren. So auch gestern.

Chris und ich waren auf dem Gelände der Expo 2000 in Hannover unterwegs. Hier stehen ehemals glänzende Expo-Pavillons halb ausgeweidet, teils mit Brandschäden auf jeden Fall aber abgesperrt herum. Aus manchen steigen patroullierende Amtsträger aus anderen hört man Geräusche von “Handwerkern”.  Sie bieten ein düsteres Bild. Es sind Gebäude die Trauer tragen.

Hier ein paar Eindrücke, klick macht Bildergalerie zum Durchblättern.
(Film Lucky SHD 100 NEW, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800)

1
0

Törtchen?

Trödelmarktbesuche im Winter sind gemeinhin 1. kalt, 2. spannend, 3. ermüdend. Unser Flohmarktversuch am Samstag wäre außerdem (4.) auch noch nass gewesen, hätte es sich dabei nicht glücklicherweise  um einen Hallenflohmarkt gehandelt. Leider fiel wegen dünner Besetzung Eigenschaft 2 (spannend) weg, auch wenn wir durch herzhaftes Feilschen von Chris wenigstens noch einen Aspekt – 5. erfolgreich – abhaken konnten.

Nachdem wir eine angeschimmelte Zeiss Ikon Ikonta, eine müffelnde Voigtländer Vito B und andere missachtete Schätzchen bitterlich beweint hatten, haben wir uns in ein Cafe geflüchtet. Cappuccino tröstet.

Über den  anschließenden Kampf mit meinem Scanner  (da ist doch Zeichnung im Negativ, warum zum Geier sieht er die nicht?? … ) verliere ich besser kein Wort. *gnarf*

[Lucky SHD 100, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800]

3
0

Analoge Licht- & Schattenspiele

Letztes Wochenende  – anlässlich des “Absolut Analog” Foto-Workshops bei Spürsinn in Braunschweig – hatte ich endlich die Gelegenheit, einmal eine Kamera mit dem Lucky SHD100 zu bestücken. Meine eigene frisch erworbene Nikon FE2 hatte zwar beschlossen sich noch ein bisschen zu zieren, aber zum Glück hat mir Chris mit seiner Minolta X700 ausgeholfen.

Nach einigen Jahren voll elektronischem und autofokussiertem Kleinbild sowie knapp 6 Jahren digitalem APS-C-Format hatte ich nun zum ersten Mal seit gefühlten Äonen eine mechanisch zu fokussierende KB-Kamera in der Hand. Was soll ich sagen – es hat s**mäßig Spaß gemacht.

Auf der Suche nach typischen Moni-Motiven, bin ich über das Rollei-Gelände gestreift und gerobbt. Eine ordentliche Workshop-Location lässt sich natürlich nicht lumpen und in Kombination mit einigen “lichten Momenten” fand ich sie dann. Meine Schatten. Sagte ich schon, dass ich einen Schattenfetisch habe? Nein? …

Der Lucky bekam eine echte Bond-Entwicklung (gerührt und nicht gekippt, um zu verhindern, dass der Film während der Entwicklung Sauerstoff ausgesetzt wird) in Spürsinn HCD Mischungsverhältnis 1+15 und einer Entwicklungszeit von 7 Minuten.

Meine Negative hatten durchweg reichlich Zeichnung, waren aber für meinen Geschmack in den Tiefen nicht knackig genug. Nach dem Scannen habe ich deshalb etwas an den Gradationskurven gezupft. Hier das Ergebnis, in Tonwert und Kontrast korrigiert:

shadow on stairs, © Monika Andrae

shadow on stairs, © Monika Andrae

shadow grid, © Monika Andrae

shadow grid, © Monika Andrae

5
0