Ganz einfach, oder “Nepali flat”

Sun, May 22, 2011

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Es gibt Sachen, die  lerne ich nur widerwillig. Obwohl sie mir einleuchten.
Mein Kopf nickt brav und sagt “ja, nee … ist doch klar”, aber mein Bauch stampft trotzig mit dem Fuß auf und kräht “Ich will aber!”

Ich weiß zum Beispiel, dass ich für manche Dinge Zeit brauche … oder sogar eine große Portion Langeweile. Dass es für mich selten gute Ergebnisse bringt, Dinge über den Zaun brechen zu wollen oder “mal eben schnell” kreativ zu werden. Mir ist auch nicht neu, dass ich nach längeren Intervallen von Stress – vor allem solchen, in denen ich für mich und “mein Zeug” keine Zeit habe – gerne mal zusammenbreche. Unzählige Wochenenden können dafür als Beweis herhalten und Zeugen gibt es auch zur Genüge.

Wieso komme ich dann auf die Idee, dass ich für den Urlaub nur genug analoge Low-Tech-Schätzchen und einen Sack voller Filme einpacken muss, damit ich (kaum in Nepal eingetroffen) an einem Stück ausstellungsreife Bilder produziere? Dass ich sämtliche Überstunden und irrwitzigen Vorurlaubsstress vergesse, weil ich neben einem Sack Filmen auch noch Entwickler und Labormaterialien dabei habe. Ja, nee …is doch klar.

Über diverse Magendarm-Infekte und die Freuden, fast zwei Wochen lang eine gut sortierte Reiseapotheke quer durch alle Antibiotika leer zu futtern, erzähle ich hier mal nichts. Auch nicht darüber, wie frau mit Scheißerei galore den größten Teil ihres Wasservorrats sowie ihre digitale Kamera an einen der Sherpas abtritt, um 1000 Höhenmeter lang irgendwie “nepali flat” (a little bit down and then up) zu meistern. Während mein Bauch rumorte, stampfte ein anderen Teil von mir trotzig mit dem Fuß auf und krähte “Ich will aber!”

Es war trotzdem toll (das glaubt mir jetzt wieder keiner) und ich kam jeden Abend im Lager an, nur … die Sache mit den Fotos, die kam ein bisschen zu kurz.

Ein paar Filme habe ich wirklich belichtet und zwei davon tatsächlich abends im “Dining Tent” entwickelt. Nur, dass mir das Universum eben ab und zu eine lange Nase gedreht hat.

Ich musste lernen, dass das Sucherprisma meiner Agfa-Box links und unten viiiiel mehr anzeigt als wirklich auf dem Bild ist (es tut halt nicht mittig über dem Objektiv sitzen, gelle?) und, dass ruppige Reisebehandlung und evt. auch der gelegentliche Regenguss, manchmal an Stellen Licht in die Pinhole Holga mogeln, wo man es nicht vermuten würde. Z.B. links im Bild …. in einem schönen weich-fließenden Übergang.

Eiswasser

Mehr Auschussbilder erspare ich Euch – die richtig guten Anschauungsmaterialien behalte ich für mich.

Arbeiter In den Wolken

Dass Menschen sich mitunter bewegen, just in dem Moment, in dem ich abdrücke ist auch äußerst lästig.

Sherpa-Workout

Was an diesem Wochenende alles kreativ daneben ging, blogge ich vielleicht ein anderes Mal oder an anderer Stelle. Ist besser für die Selbstachtung.

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Panschen bis der Arzt kommt

Sun, Apr 3, 2011

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Es war einmal ein Wochenende, an dem 10 begeisterte analoge Entwickler und Entwicklerinnen – im Volksmund auch Panscher genannt – buchstäblich bis zu den Ellenbogen in Fotochemie versanken. So oder so ähnlich geschehen auf dem Absolut Analog II Workshop, mit dem wir an diesem Wochenende die neuen Räume von Spürsinn eingeweiht haben.

Insgesamt haben wir ca. 40 Filme entwickelt und dabei wenigstens 9 verschiedene Entwickler und unzählige Kombinationen von Entwickler-Komponenten, Zeit, Temperatur oder Agitationsrhythmen durchprobiert. Schnell hing die Wäscheleine voll mit Filmstreifen, die von uns neugierig beäugt wurden. Viel gegen wenig Korn, Millionen von Grauwerten gegen knackige Kontraste, Kleinbild neben Mittelformat.

Es hat riesig viel Spaß gemacht, die verschieden Arten auszuloten, mit denen die Bildwiedergabe in Silber und Gelatine gesteuert werden kann. Und nach so einem Wochenende beginnt man gerade erst zu erahnen, wie vielfältig und nahezu unbegrenzt die Möglichkeiten diesbezüglich sind.

Ganz nebenbei war der Workshop mit 8 Wiederholungstätern ein echtes Familientreffen – mir ist es super schwergefallen, mich von der Truppe zu verabschieden, aber wir sehen uns wieder. Vielleicht im November auf der Fotobörse?

Ein paar Beispielbilder anbei (Klick macht groß).

Die ersten drei sind entstanden mit der Pentax 67 auf Kodak Tri-X 400, belichtet auf ISO 320, entwickelt im Zweikomponenten-Entwickler  Spur SD2525 (Komponentenverhältnis 1:1, 8 Minuten)

Verratzt Gestreift Versteckt

Der rasende Radler wurde mit der Agfa Synchro Box auf Shanghai GP3 100 eingefangen und  15 Minuten in Caffenol-C-H entwickelt.

Der rasende Radler

Chris hat übrigens auch gebloggt. Wie immer auf Englisch ….

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Testbilder in Mixtour

Mon, Mar 28, 2011

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Am letzten Wochenende habe ich mir die Tasche voll mit Kameras geladen, um endlich “angefangene” Filme zu verschießen, wenigstens einen neuen auszuprobieren (Efke 50) und ein bisschen mit Spürsinns neuem Baukastenentwickler MixTour zu experimentieren.

In meiner Pentax 67 schlummerte noch ein HP5 (belichtet @800) und die Agfa Synchro Box musste dringend leer geknippst werden, um den Efke 50 als potentiellen Himalayafilm Gassi zu führen.

Beide Filme habe ich erhielten ein Bad in Mixtour-Rezepturen. Als ersten Anhaltspunkt habe ich für den Ilford HP5 bei ISO 800 das Push-Rezept für Tri-X @800 (15:30 Minuten)  verwendet. Unkorrigiert gescannt, musste die Belichtung der Bilder um eine Blende nach oben korrigiert werden. Die Korrekturen  waren ohne Tonwertabrisse möglich. Die Kontraste waren in natura eher schwach, was jedoch für die Nachbearbeitung ein guter Ausgangspunkt war.

Hier ein paar Testbilder (Klick macht groß).

Vor dem Kloster Wienhausen Das Tor

Der Efke 50 kam mit seiner MixTour “Normal V1″ (8:30 Minuten) aus dem Rezept-Datenblatt  erwartungsgemäß (Box- und Efke-typisch) kontrastarm aus der Dose. Die Kontraste habe ich nachträglich in Lightrrom angehoben. Beim nächsten mal werde ich das direkt mit einer Kontrast-Mixtour versuchen.

Am Weiher
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Kalt, still und schön

Sun, Feb 27, 2011

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Der Wetterdienst versprach uns Regen für den Samstag, Petrus brachte Sonnenschein. Zeit für einen Kirchgang könnte man meinen – um Dank zu sagen oder (viiiel besser), um die Kamera auszuführen!

Auf einer Webseite über historische Gemäuer im Großraum Hannover, war mir eine kleine romanische Kirche aufgefallen, die uns eventuell Model stehen könnte. Aus dem Internet ging nicht eindeutig hervor, dass wir in den Wintermonaten auch hineinfinden würden, aber “der da oben” war mit uns. Sein Bodenpersonal bewahrt den Schlüssel gut zugänglich für Besucher im Pfarrhaus auf. Reingehen, mitnehmen und Spaß haben – und wenn die Blase zwickt, der kleine Schlüssel zum Klo um die Ecke hängt auch gleich dran. So etwas nenne ich allerbesten Service.

Die Sigwardskirche stammt aus dem Jahr 1100 n.Chr. und hat, obwohl sie schon Seniorin ist, ihre eigene Website unter  www.sigwardskirche.de. Und fotogen ist sie. Mindestens ebenso wie düster. Und lausekalt. Brrr …

Ich poste mal wieder. 4 aus 19 – eine kleine Auswahl.
[Klick macht größer - wenn es der Monitor hergibt]

Film: Kodak Tri-X 400 @ ISO 1600, Entwicklungsdetails hier.

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Keks alter Keks!

Sun, Feb 13, 2011

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Gut, dass wir uns gestern zum Fotografieren vor die Tür getraut haben. Heute ist das Wetter ja mehr zum Dichten und Denken geeignet. Im Wohnzimmer – mit dicken Socken und einer Kanne Tee.

Kollege Leibniz – unten im Bild – nennt leider eine etwas zugige Immobilie sein Eigen. Dafür steht sie ihm gut.
[Klick macht groß]

Der Denker

Ich sag nur Keks alter Keks

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Mal auf die Schnelle …

Sat, Jan 22, 2011

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… am Straßenrand geparkt, zwischen zwei Supermarktbesuchen. Mal eben die Kamera geschnappt, die frau auf Verdacht ins Auto gelegt hatte. Mal eben raus in die Kälte, sich 20 Minuten von einer Baustelle aufsaugen lassen, dann war der Film voll und die Moni kalt. Von den Füßen bis zur Nasenspitze. Mal eben eine Erkältung eingefangen …

Jetzt sitze ich hier, der Hals kratzt, der Kopf drückt und ich weiß nicht, welches Bild mir nun gefällt und wieso.  Und … ach, ich weiß nicht.
Ich poste mal.

[Klick macht größer - wenn es der Monitor hergibt]

Die Bühne
Bühne

Die Flucht
Flucht
Schritte
Schritte
Die Welt erleben
Die Welt entdecken

Film: Kodak Tri-X 400 @ ISO 1600, Entwicklungsdetails hier.

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Schattenfiguren

Mon, Jan 17, 2011

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Samstagmorgen. Magen verdorben. Kein ausführlicher Fotospaziergang mit meinem Beast. Schnüfz.

Bei den wenigen Schritten vor die die Tür habe ich wenigstens die neue alte Dame in meiner Sammlung kurz an die Luft geführt. Darf ich vorstellen: meine Agfa Synchro Box.

Schattenfiguren, © Monika Andrae

Film: Ilford Hp5 plus (entw. 8,5 Minuten in Xtol (stock))

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Eine Reise zu ISO 1600

Sun, Jan 2, 2011

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Auf der letzten Fotobörse in Darmstadt habe ich mir einen Wunsch erfüllt und meinen Gerätepark um eine Pentax 67 erweitert. Eine Kamera, die für ihren brachialen Spiegelschlag berühmt berüchtigt ist und von der im Netz gerne behauptet wird, man könne mit ihr – vor allem Indoors – nicht aus der Hand arbeiten.

Für Neujahr hatten wir (meint Chris & ich) uns eine Fotopirsch vorgenommen, um das Jahr gleich gebührend einzuläuten. Aufgrund der Wetterlage kam aber nur ein überdachter Streifzug in Frage, weshalb es uns (mal wieder) nach Wolfsburg in die Autostadt verschlug.

Für mich war hiermit klar: ISO muss her. Und zwar tüchtig. Meine Wahl fiel auf den Tri-X 400, weil ich im Netz recherchiert hatte, dass der sich recht gut pushen lässt. Gängig sind laut diverser Fotoforen und Flickr Push-Entwicklungen auf ISO 1600 oder gar 3200 (einige “Extremisten” treiben es durchaus noch weiter, ob das sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt). Allerdings hieß es immer, wenn keine Details in den Schatten verloren gehen sollen, bediene man sich Entwickler wie D-76 oder Rollei RHS und lasse die Finger UNBEDINGT von Rodinal. Wer Fotoforen kennt, weiß mit welchem Absolutheitsanspruch solche Weisheiten gerne verkündet werden.

Dumm für mich. Ich hatte weder D-76 oder Rollei RHS sondern NUR Rodinal. Nun bin ich aber stur. Ich wollte mein neues Baby unbedingt einmal ausführen. Bei schlechtem Licht. Drinnen.

Also musste ein gescheites Rezept für eine Push-Entwicklung für Rodinal her. Die Ergebnisse nach den Rezepten aus dem Massive Dev Chart überzeugten mich nicht, wohl aber die eines Herrn auf Flickr, der den Tri-X mit einer Standentwicklung in Rodinal (20°, 1+100, 2 Stunden) auf ISO 1600 gebracht hat. Ein guter Ausgangspunkt. Gut genug,  um die Fotopirsch erstmal wie geplant anzugehen.

Die Ergebnisse Teil 1

Wieder zuhause angekommen, hatte ich drei belichtete Filme in der Tasche. Der erste wanderte durch die Standentwicklung wie beschrieben – die ersten 30 Sekunden kontinuierlich bewegt, danach jede halbe Stunde einmal angestubst.

Die Negative kamen sehr kontrastig – allerdings waren auch die Motive in eher extremen Lichtsituationen aufgenommen.

  • draußen im Schnee, vor einem grau-weißen Himmel
  • in einem Raum mit einer Installation rund um einen versilberten Bugatti Veyron … der Raum ist reiner Kontrast. Es gibt wenig Tonwerte zwischen schwarz und grell weiß

Die Bilder wurden ohne Tonwertkorrektur gescannt. Das eine Bild (Auto) wurde in Lightroom geringfügig (nur in den Tiefen) nach unten korrigiert, das helle Bild  in den Lichtern partiell leicht nach oben korrigiert. (Klick macht groß)

Bugatti Veyron quiet

Der Unfall

Wenn zwei Leute in einer Küche Filme in einer Standentwicklung panschen und die Entwicklerdosen Zwillinge sind, kommt es früher oder später zu Verwechslungen mit Folgen. So gestern.

Der Wecker bimmelt, Chris zieht los, um seinen Film zu stoppen und zu fixieren und greift daneben. Statt seinen Efke aus der Standentwicklung zu ziehen, wurde mein zweiter Tri-X nach 30 Minuten aus seinem Entwicklerbad befreit. Das Ergebnis war dünn … aber bei weitem nicht so dünn wie erwartet. Zwar musste die Belichtung am Scanner und in Lightroom deutlich korrigiert werden – aber das Ergebnis ist zumindest zu Anschauungszwecken brauchbar. Plus: es lieferte mir einen deutlichen Hinweis darauf, dass ich die Zeit für die Entwicklung von Film Nummer drei wohl deutlich würde verkürzen können.

Hier ein Beispielbild vom Malheur-Film, man sieht, dass das Korn in der unteren Bildhälfte recht unschön wird. (Klick macht groß)

sphere

Die Ergebnisse Teil 2

Nach diesem Unfall war ich zwar deutlich gefrustet, und der Abend schon weit fortgeschritten – aber da ich für heute was zu scannen brauchte, wanderte auch noch Film Nr. 3 in die Chemie. Alles wie gehabt, diesmal aber mit einer Entwicklungsdauer von 1,5 statt 2 Stunden. Und voila …  (Klick macht groß, beide Bilder sind vollständig unkorrigiert).

reflection

fin

Das Korn ist wunderbar fein und die Negative sind prima durchzeichnet.

Versuch mach kluch!
Es lohnt sich immer mit Belichtung, Filmen und Entwicklungsoptionen zu experimentieren – ganz gleich, wie die landläufige (“Experten”-) Meinung dazu lautet. Vielleicht geht es ja doch – oder es kommt ein Ergebnis dabei heraus, dass ich in anderem Zusammenhang noch einmal einsetzen kann.

Fehler machen lohnt sich.
Wenn man daraus lernt. Ohne Chris’ Dosen-Faux-Pas wäre ich möglicherweise nicht auf die Idee gekommen, die Entwicklungszeit für die Standentwicklung zu verkürzen. Genau dieser Schritt hat aber die Ergebnisse optimiert.

Und das in Rodinal.

P.S. Chris hat dazu ebenfalls einen Artikel auf sein Blog gestellt - wie immer in Englisch. Hier gibt’s mehr zum Thema Push, diesmal für den Ilford HP5 plus und den Efke R100.

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Pinhole-Panorama

Wed, Dec 29, 2010

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Fortsetzung meines Posts von gestern … dieselben schlechten Bedingungen – es war schon ganz schön finster und a%&*kalt – ein anderer Film und eine andere Kamera. Neben meiner Brownie Starlet habe ich auch die Holga Pinhole Panorama Camera ausgeführt, geladen mit einem TMAX 400.

Der Film war leider etwas unterbelichtet, statt einer “normalen” Entwicklung auf ISO 400 in Caffenol-C-H hätte ich vielleicht besser eine Push-Entwicklung im Kaffebad gemacht. Trotzdem hat der Scanner die Negative auch im automatischen Modus gut ohne Tonwertabrisse verarbeiten können.

Schaut man genau hin, könnte man die Nebelbildung (“Fog”) evt noch ein Tickchen drücken, z.B. durch etwas mehr Kaliumbromid (1,5 statt 1 Gramm?) – ansonsten bleibt festzuhalten:

  1. Caffenol taugt auch für schnellere TMAXE.
  2. Eine Holga 120 WPC ist ein tolles Spielzeug.
    Ein großes Dankeschön geht an Chris, der mir die Kamera unter den Weihnachtsbaum gelegt hat.

Entwicklung: Caffenol-C-H nach Reinholds Rezept (15 Minuten bei 20°C, die ersten 30 Sek. ständig, später nur noch 3x je Minute bewegt).

[Wie üblich: Klick macht groß]


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Winter in Caffenol

Tue, Dec 28, 2010

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Seit ein paar Monaten gehe ich ja mit der Idee schwanger auch beim nächsten Trip in den Himalaya zumindest teilweise analog zu arbeiten. Deshalb denke ich auch schon länger auf der Frage herum,  welche Materialen ich dafür in mein auf 20 kg limitiertes Gepäck schmuggele, bzw. was ich vielleicht sogar erst vor Ort organisieren kann.

Zwar weiß ich, dass unsere Sherpacrew einen Heidenspaß haben wird, mir auf 5000 m exakt 20°C warmes Wasser vorzubereiten und dann beim Gewurschtel einer Filmentwicklung zuzusehen. Andererseits weiß ich auch, dass sie keinerlei Probleme haben werden, den gebrauchten Entwickler danach in irgendeine Ecke zu kippen.

Auf der Suche nach einem Entwickler mit geringerem “Sauerei-Level” war ich bis Weihnachten noch nicht weit gekommen, seltsam eigentlich … hänge ich im Moment doch beinahe täglich auf einschlägigen Blogs und Foren herum – und dass man Filme mit Instantkaffee entwickeln kann, war mir auch nicht neu.

Manchmal braucht man eben nur ein paar Tage “Platz zum Denken” – über Weihnachten fiel dann endlich der Groschen. Caffenol!! Na sicher, das könnte genau der gesuchte Ansatz sein. Seltsam, dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Natürlich hatte ich nichts außer Vitamin C tatsächlich im Haus, aber die Einkaufsliste für “zwischen den Jahren” stand binnen fünf Minuten.

  • Instantkaffe, möglichst billig
  • frisches Vitamin C (extra eine neue Packung für die Laborkiste)
  • Waschsoda
  • Kaliumbromid (für die schnelleren Filme)

Jetzt blieb nur noch, nach der Arbeit (die in dieser Woche etwas kürzer ausfällt) noch ein/zwei Filme zu belichten, damit was zum Testen da ist. So bin ich also am Nachmittag im letzten Licht, aber immerhin bei viel Schnee noch mal durch Hannovers Parks gezogen.

Film Nr. 1: ein Efke R100 in meiner Brownie Starlet
Film Nr.2: ein Kodak TMAX 400 in der Holga Pinhole Panorama Camera

Die Starlet hat nur eine Plastiklinse – echte Schärfe und Tontrennung weiß in weiß bekommt sie nicht hin – sei’s drum, irgendwie ist mir die Kleine trotzdem ans Herz gewachsen. Mal sehen also, wie sich unter den Umständen der Efke schlägt (im Gegensatz zum letzten Mal nicht gepusht) und statt  in Neofin Blau in Caffenol-C-M nach Reinholds Rezept entwickelt (15 Minuten bei 20°C, die ersten 30 Sek. ständig, später nur noch 3x je Minute bewegt).

Beim Ansetzen der braunen Suppe war ich doch ziemlich skeptisch, aber schaut selbst. Ich finde im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten kann sich das Ergebnis sehen lassen.

[Klick macht groß und Galerie zum Durchklicken]

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