Un-fine Art

Seit dem Workshop am Rande des Lichts zeigt sich bei mir ein Hang dazu, Filme überzustrapazieren. Ich erzeuge Korn so groß und reichlich wie die Brötchenkrümel auf  meinem Frühstückstisch und mir gehen regelmäßig Zonen verloren (Insider wissen, besonders gerne die 3).

Das Objekt meiner Begierde sind Stimmungen, die kontrastbedingt zur Dramatik neigen. Besonders gerne in Landschaften. Wo sich das eigentlich nicht gehört. Wo frau bitte reichlich und fein abgestufte Grauwerte erzeuge, um das geneigte Auge des Betrachters zu umschmeicheln.

Ob das Auge des Betrachters mir noch geneigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Grauwerte waren gerade knapp.

(Klick macht wie immer groß)

Die Bilder sind alle während der Mittagszeit entstanden – mit reichlich Licht. Gell – das sieht man kaum.

Der überstrapazierte Film war ein efke R100 @1600. Weil mir der Spürsinn HCD2 ausgegangen war, habe ich den Armen 2 Stunden in Rodinal stehen lassen.

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Der Blackbird wird olympisch

Ab und zu gibt es so Momente im Hobbyfotografen-Dasein, bei denen es in einem – nicht nur mit der Kamera sondern auch im übertragenen Sinne – Klick macht.  Momente, in denen man wieder einmal merkt, warum man sich gerade dieses und kein anderes Hobby ausgesucht hat.

Bei mir hat es zuletzt Anfang Juni “Klick gemacht” – während des Happy Shooting Workshops in Berlin.

Angereist bin ich noch mit vollem Equipment, meiner digitalen SLR und mit  meinem wieder genesenen Analogschätzchen – der Nikon FE2. Ich war mir noch nicht sicher, wohin die Reise gehen sollte … noch nicht.

Leider werde ich nicht jünger und mein (sehr analoger) Schiefhals überzeugte mich am Morgen der Exkusion ins Olympiastadion, nur mit dem kleinen Besteck loszuziehen. Die FE2, geladen mit dem Rollei Blackbird, und zwei Festbrennweiten – 24 sowie 50mm. Anfänglich fehlte mir ja was, die Fototasche war so seltsam leicht (die Kamera passt selbst mit Objektiv dran beinahe in die Hosentasche). Im Laufe des Tages allerdings hat mich die kleine, leichte Ausstattung wirklich begeistert. Es kann ein sagenhaft befreiendes Gefühl sein, fast nichts in der Hand zu haben – nicht von einem schweren Schulterriemen schief gezogen zu werden.

Ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht jeden “Schuss” ergattern zu können (Turnschuh-Zoom reicht weit, aber nicht über Zäune und Gräben) . Im Gegenteil, ich fühlte mich angespornt, Motive aufzustöbern, die passten bzw. andere “passend zu machen”.

Der Rollei Blackbird hat mir schon lange aus dem Kühlschrank zugerufen: “Leg.Mich.Ein!”  Ein Schwarzweißfilm mit von Haus aus knackigen Kontrasten? Her damit! Er hat gehalten, was er versprach und ich habe mich ein bisschen verliebt. In einen Film.

Hier die Ergebnisse, belichtet auf ISO 100, entwickelt in Spürsinn HCD (1:9, 8 Minuten, geschwenkt, nicht gekippt), beeinträchtigt durch meinen Billigscanner.

[Klick auf eins der kleinen Bilder öffnet die Galerie, in der man über “next” weiter blättern kann.]

Fazit: zu sagen, es hätte mir nur Spaß gemacht, wäre untertrieben. Ich habe es unendlich genossen, mal wieder fotografisch richtig “Hand anzulegen” – vom Einlegen des Films, über manuelles Scharfstellen, bis zum dem beinahe schon sprichwörtlichen “Fummeln im Dunkelsack” (gell?) und dem Matschen in der Küche. Fehlt nur noch ein Nachmittag in der Dunkelkammer.

!! Für alle Bilder gilt: ©Monika Andrae – sämtliche Rechte  vorbehalten – All rights reserved!!

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3 -2 -1 .. Pssssssssssst

Also das ist so: wenn Chris wegen eines Heizungsschadens bei mir haust, dann kommt früher oder später dazu, dass ich Zeuge einer halben Happy Shooting Aufnahme werde. Halb deshalb, weil ich immer nur eine Seite höre – Boris Input wandert via Skype und Kopfhörer direkt in die Gehörgänge des Herrn Marquardt – für mich bleibt dann nur dessen Gesabbel übrig. (Die Folge wird für mich quasi längs halbiert, wenn Ihr versteht, was ich meine). Trotzdem macht es einen Heidenspaß dabei zuzuhören, weshalb ich dabei grundsätzlich in Reichweite bleibe. 

Zwei Dinge sind dann schwierig: Erstens, keine vorlauten Kommentare ungefragt in die Aufnahme zu mogeln und zweitens währenddessen das Abendessen vorzubereiten. Sollte ich zu laut plappern, klappern, Türen schlagen oder Katzen ausschimpfen, macht Chris die Tür zu und aus ist‘s mit dem Zuhören. Blöd das!

Heute habe ich es tatsächlich geschafft, (nahezu) lautlos Kartoffeln zu schälen, zu kochen, abzugießen und in Scheiben zu schneiden, Quark und Mehl abzuwiegen, letzteres mit Salz und Backpulver zu vermischen, Rosmarin zu schneiden und zu entnadeln, drei Zwiebeln zu häuten, in Ringe zu schneiden, zu weinen UND dabei einer (längs geteilten) Folge Happy Shooting zu lauschen.

Es hätte mit Sicherheit nicht funktioniert, die Küchenmaschine lautlos den Teig kneten zu lassen (nein, ich wollte nicht die Finger nehmen), diesen auszurollen und auf ein klapperndes Backblech erst zu und dann zu be-legen. Also musste die Fertigstellung der Kartoffelpizza warten.

Den Rest der Aufnahme habe ich dann still (!) im Sessel gesessen, und zugehört (u.a. meinem knurrenden Magen).  Das Abendessen wurde mit Chris‘ tatkräftiger Hilfe nach Happy Shooting gejagt und erlegt und verspeist. 

Stefan vom Tirolercast hat auf twitter  nach dem Rezept gefragt. Hier kommt es:

Kartoffel-Pizza mit Zwiebeln & Rosmarin (Zutaten für 4 Personen)

  • 600g gekochte Kartoffeln (überwiegend festkochend)
  • 3 rote Zwiebeln
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 100-150 g Schafskäse (Feta)
  • 3-4 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer, edelsüßes Paprika
  • 150g Magerquark
  • 8 EL Olivenöl
  • 6 EL Milch
  • 300g Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver

Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden, Rosmarin von den Zweigen zupfen. Den Feta zerbröseln, das Tomatenmark mit Salz Pfeffer und edelsüßem Paprika würzen.

Aus Quark, Olivenöl, Salz, Milch, Backpulver und Mehl einen Quark-Ölteig kneten und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech ausrollen.

Teig mit Tomatenmark bestreichen und die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln sowie die Zwiebeln und das Rosmarin darauf verteilen. Den zerbröselten Feta darüber streuen und etwas Olivenöl auf die Pizza träufeln.

Im vorgeheizten Ofen (E-Herd 200°C, Umluft 175, Gas Stufe 3) 25 Minuten backen.

P.S.: Guten Hunger
P.P.S: dazu gab‘s gemischten Salat (Ruccola, Radicchio, ein paar Blätter Chinakohl, einige Cherrytomaten, feine Apfelstifte)

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Ich blogge fremd

Beim Kauf jeder Digitalkamera ist es eine der zentralen Fragen: wieviele Pixel sollen es denn werden? Reichen 8 bis 10 Megapixel oder dürfen es auch ein paar mehr sein? Höher, schneller, weiter – auch bei der Menge an Bildpixeln sind dem Größenwahn keine Grenzen gesetzt. Wieviel Größenwahn man sich gönnt, ist aber nicht nur abhängig von persönlichen Fotovorlieben, sondern vor allem eine Frage des Geldbeutels. Muss es für ein für ein richtig „großes“ Bild wirklich die im Zweifel teurere und pixelmäßige potentere Kamera sein, oder kann man sich auch anders behelfen?

Mehr heute auf happyshooting.de: Auf die Größe kommt es an …

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