Testbilder in Mixtour

Am letzten Wochenende habe ich mir die Tasche voll mit Kameras geladen, um endlich “angefangene” Filme zu verschießen, wenigstens einen neuen auszuprobieren (Efke 50) und ein bisschen mit Spürsinns neuem Baukastenentwickler MixTour zu experimentieren.

In meiner Pentax 67 schlummerte noch ein HP5 (belichtet @800) und die Agfa Synchro Box musste dringend leer geknippst werden, um den Efke 50 als potentiellen Himalayafilm Gassi zu führen.

Beide Filme habe ich erhielten ein Bad in Mixtour-Rezepturen. Als ersten Anhaltspunkt habe ich für den Ilford HP5 bei ISO 800 das Push-Rezept für Tri-X @800 (15:30 Minuten)  verwendet. Unkorrigiert gescannt, musste die Belichtung der Bilder um eine Blende nach oben korrigiert werden. Die Korrekturen  waren ohne Tonwertabrisse möglich. Die Kontraste waren in natura eher schwach, was jedoch für die Nachbearbeitung ein guter Ausgangspunkt war.

Hier ein paar Testbilder (Klick macht groß).

Der Efke 50 kam mit seiner MixTour “Normal V1” (8:30 Minuten) aus dem Rezept-Datenblatt  erwartungsgemäß (Box- und Efke-typisch) kontrastarm aus der Dose. Die Kontraste habe ich nachträglich in Lightrrom angehoben. Beim nächsten mal werde ich das direkt mit einer Kontrast-Mixtour versuchen.

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Keks alter Keks!

Gut, dass wir uns gestern zum Fotografieren vor die Tür getraut haben. Heute ist das Wetter ja mehr zum Dichten und Denken geeignet. Im Wohnzimmer – mit dicken Socken und einer Kanne Tee.

Kollege Leibniz – unten im Bild – nennt leider eine etwas zugige Immobilie sein Eigen. Dafür steht sie ihm gut.
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Ich sag nur Keks alter Keks

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Eine Reise zu ISO 1600

Auf der letzten Fotobörse in Darmstadt habe ich mir einen Wunsch erfüllt und meinen Gerätepark um eine Pentax 67 erweitert. Eine Kamera, die für ihren brachialen Spiegelschlag berühmt berüchtigt ist und von der im Netz gerne behauptet wird, man könne mit ihr – vor allem Indoors – nicht aus der Hand arbeiten.

Für Neujahr hatten wir (meint Chris & ich) uns eine Fotopirsch vorgenommen, um das Jahr gleich gebührend einzuläuten. Aufgrund der Wetterlage kam aber nur ein überdachter Streifzug in Frage, weshalb es uns (mal wieder) nach Wolfsburg in die Autostadt verschlug.

Für mich war hiermit klar: ISO muss her. Und zwar tüchtig. Meine Wahl fiel auf den Tri-X 400, weil ich im Netz recherchiert hatte, dass der sich recht gut pushen lässt. Gängig sind laut diverser Fotoforen und Flickr Push-Entwicklungen auf ISO 1600 oder gar 3200 (einige “Extremisten” treiben es durchaus noch weiter, ob das sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt). Allerdings hieß es immer, wenn keine Details in den Schatten verloren gehen sollen, bediene man sich Entwickler wie D-76 oder Rollei RHS und lasse die Finger UNBEDINGT von Rodinal. Wer Fotoforen kennt, weiß mit welchem Absolutheitsanspruch solche Weisheiten gerne verkündet werden.

Dumm für mich. Ich hatte weder D-76 oder Rollei RHS sondern NUR Rodinal. Nun bin ich aber stur. Ich wollte mein neues Baby unbedingt einmal ausführen. Bei schlechtem Licht. Drinnen.

Also musste ein gescheites Rezept für eine Push-Entwicklung für Rodinal her. Die Ergebnisse nach den Rezepten aus dem Massive Dev Chart überzeugten mich nicht, wohl aber die eines Herrn auf Flickr, der den Tri-X mit einer Standentwicklung in Rodinal (20°, 1+100, 2 Stunden) auf ISO 1600 gebracht hat. Ein guter Ausgangspunkt. Gut genug,  um die Fotopirsch erstmal wie geplant anzugehen.

Die Ergebnisse Teil 1

Wieder zuhause angekommen, hatte ich drei belichtete Filme in der Tasche. Der erste wanderte durch die Standentwicklung wie beschrieben – die ersten 30 Sekunden kontinuierlich bewegt, danach jede halbe Stunde einmal angestubst.

Die Negative kamen sehr kontrastig – allerdings waren auch die Motive in eher extremen Lichtsituationen aufgenommen.

  • draußen im Schnee, vor einem grau-weißen Himmel
  • in einem Raum mit einer Installation rund um einen versilberten Bugatti Veyron … der Raum ist reiner Kontrast. Es gibt wenig Tonwerte zwischen schwarz und grell weiß

Die Bilder wurden ohne Tonwertkorrektur gescannt. Das eine Bild (Auto) wurde in Lightroom geringfügig (nur in den Tiefen) nach unten korrigiert, das helle Bild  in den Lichtern partiell leicht nach oben korrigiert. (Klick macht groß)

Der Unfall

Wenn zwei Leute in einer Küche Filme in einer Standentwicklung panschen und die Entwicklerdosen Zwillinge sind, kommt es früher oder später zu Verwechslungen mit Folgen. So gestern.

Der Wecker bimmelt, Chris zieht los, um seinen Film zu stoppen und zu fixieren und greift daneben. Statt seinen Efke aus der Standentwicklung zu ziehen, wurde mein zweiter Tri-X nach 30 Minuten aus seinem Entwicklerbad befreit. Das Ergebnis war dünn … aber bei weitem nicht so dünn wie erwartet. Zwar musste die Belichtung am Scanner und in Lightroom deutlich korrigiert werden – aber das Ergebnis ist zumindest zu Anschauungszwecken brauchbar. Plus: es lieferte mir einen deutlichen Hinweis darauf, dass ich die Zeit für die Entwicklung von Film Nummer drei wohl deutlich würde verkürzen können.

Hier ein Beispielbild vom Malheur-Film, man sieht, dass das Korn in der unteren Bildhälfte recht unschön wird. (Klick macht groß)

Die Ergebnisse Teil 2

Nach diesem Unfall war ich zwar deutlich gefrustet, und der Abend schon weit fortgeschritten – aber da ich für heute was zu scannen brauchte, wanderte auch noch Film Nr. 3 in die Chemie. Alles wie gehabt, diesmal aber mit einer Entwicklungsdauer von 1,5 statt 2 Stunden. Und voila …  (Klick macht groß, beide Bilder sind vollständig unkorrigiert).

Das Korn ist wunderbar fein und die Negative sind prima durchzeichnet.

Versuch mach kluch!
Es lohnt sich immer mit Belichtung, Filmen und Entwicklungsoptionen zu experimentieren – ganz gleich, wie die landläufige (“Experten”-) Meinung dazu lautet. Vielleicht geht es ja doch – oder es kommt ein Ergebnis dabei heraus, dass ich in anderem Zusammenhang noch einmal einsetzen kann.

Fehler machen lohnt sich.
Wenn man daraus lernt. Ohne Chris’ Dosen-Faux-Pas wäre ich möglicherweise nicht auf die Idee gekommen, die Entwicklungszeit für die Standentwicklung zu verkürzen. Genau dieser Schritt hat aber die Ergebnisse optimiert.

Und das in Rodinal.

P.S. Chris hat dazu ebenfalls einen Artikel auf sein Blog gestellt – wie immer in Englisch. Hier gibt’s mehr zum Thema Push, diesmal für den Ilford HP5 plus und den Efke R100.

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Winter in Caffenol

Seit ein paar Monaten gehe ich ja mit der Idee schwanger auch beim nächsten Trip in den Himalaya zumindest teilweise analog zu arbeiten. Deshalb denke ich auch schon länger auf der Frage herum,  welche Materialen ich dafür in mein auf 20 kg limitiertes Gepäck schmuggele, bzw. was ich vielleicht sogar erst vor Ort organisieren kann.

Zwar weiß ich, dass unsere Sherpacrew einen Heidenspaß haben wird, mir auf 5000 m exakt 20°C warmes Wasser vorzubereiten und dann beim Gewurschtel einer Filmentwicklung zuzusehen. Andererseits weiß ich auch, dass sie keinerlei Probleme haben werden, den gebrauchten Entwickler danach in irgendeine Ecke zu kippen.

Auf der Suche nach einem Entwickler mit geringerem “Sauerei-Level” war ich bis Weihnachten noch nicht weit gekommen, seltsam eigentlich … hänge ich im Moment doch beinahe täglich auf einschlägigen Blogs und Foren herum – und dass man Filme mit Instantkaffee entwickeln kann, war mir auch nicht neu.

Manchmal braucht man eben nur ein paar Tage “Platz zum Denken” – über Weihnachten fiel dann endlich der Groschen. Caffenol!! Na sicher, das könnte genau der gesuchte Ansatz sein. Seltsam, dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Natürlich hatte ich nichts außer Vitamin C tatsächlich im Haus, aber die Einkaufsliste für “zwischen den Jahren” stand binnen fünf Minuten.

  • Instantkaffe, möglichst billig
  • frisches Vitamin C (extra eine neue Packung für die Laborkiste)
  • Waschsoda
  • Kaliumbromid (für die schnelleren Filme)

Jetzt blieb nur noch, nach der Arbeit (die in dieser Woche etwas kürzer ausfällt) noch ein/zwei Filme zu belichten, damit was zum Testen da ist. So bin ich also am Nachmittag im letzten Licht, aber immerhin bei viel Schnee noch mal durch Hannovers Parks gezogen.

Film Nr. 1: ein Efke R100 in meiner Brownie Starlet
Film Nr.2: ein Kodak TMAX 400 in der Holga Pinhole Panorama Camera

Die Starlet hat nur eine Plastiklinse – echte Schärfe und Tontrennung weiß in weiß bekommt sie nicht hin – sei’s drum, irgendwie ist mir die Kleine trotzdem ans Herz gewachsen. Mal sehen also, wie sich unter den Umständen der Efke schlägt (im Gegensatz zum letzten Mal nicht gepusht) und statt  in Neofin Blau in Caffenol-C-M nach Reinholds Rezept entwickelt (15 Minuten bei 20°C, die ersten 30 Sek. ständig, später nur noch 3x je Minute bewegt).

Beim Ansetzen der braunen Suppe war ich doch ziemlich skeptisch, aber schaut selbst. Ich finde im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten kann sich das Ergebnis sehen lassen.

[Klick macht groß und Galerie zum Durchklicken]

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Nacht und Tag

winter traffic, © Monika Andrae -- (Klick macht groß auf flickr)

Kamera: Polaroid Spirit 600 CL
Film: Impossible PX600 Silver Shade, First Flush

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