Für große und für kleine Kerle

… gibt es im Straßenbahnmuseum jede Menge Spielzeug zu sehen. Manche der Gefährte fahren noch (man kann mit oder selbst fahren), andere stehen  still in einer Ecke und warten auf Besuch. So wie die Nummer 17.

 

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Film: Rollei R3 400 @ ISO 1600, entwickelt in Spürsinn MixTour

 

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Kein Bahnübergang

Auf der (Google-)Suche nach alten Kali-Bergwerken in meiner Gegend bin ich vor einiger Zeit über die Webseite des Straßenbahnmuseums gestolpert. Letzteres ist nämlich auf dem Gelände der ehemaligen Kaligrube Hohenfels untergekommen.

Chris und mir schien das Gelände gut geeignet, um auf einem Pfingstspaziergang die Kameras auszuführen. Wir erwarteten einigen Andrang – schließlich ist an sonnigen Feiertagen meist Kind und Kegel samt familiärem Anhang auf Achse. Statt dessen war es eher still, was uns Zeit  ließ, mit einem der Herren vom Museumsverein ein Schwätzchen zu halten. Er bewunderte vor allem Chris Großformat-Kamera, die ja immer für ein bisschen Gesprächsstoff gut ist. Kontaktscheue Menschen sollten von Kameras auf unwiderstehlich langen Beinen und schwarzem Schleier Abstand nehmen.

Der Charme des Geländes kam hauptsächlich durch die vielen alten Dinge und deren Verweis auf Vergangenes zustande. Manches ist kurios, anderes  – wie eine Zugzielanzeige mit Verweis auf die Zonengrenze – regt zum Nachdenken an und das ein oder andere Detail hat etwas Verwunschenes an sich. So wie das Schild vom nicht mehr vorhandenen Bahnübergang.

 

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Film: Rollei R3 400 @ ISO 1600, entwickelt in Spürsinn MixTour

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Ganz einfach, oder “Nepali flat”

Es gibt Sachen, die  lerne ich nur widerwillig. Obwohl sie mir einleuchten.
Mein Kopf nickt brav und sagt “ja, nee … ist doch klar”, aber mein Bauch stampft trotzig mit dem Fuß auf und kräht “Ich will aber!”

Ich weiß zum Beispiel, dass ich für manche Dinge Zeit brauche … oder sogar eine große Portion Langeweile. Dass es für mich selten gute Ergebnisse bringt, Dinge über den Zaun brechen zu wollen oder “mal eben schnell” kreativ zu werden. Mir ist auch nicht neu, dass ich nach längeren Intervallen von Stress – vor allem solchen, in denen ich für mich und “mein Zeug” keine Zeit habe – gerne mal zusammenbreche. Unzählige Wochenenden können dafür als Beweis herhalten und Zeugen gibt es auch zur Genüge.

Wieso komme ich dann auf die Idee, dass ich für den Urlaub nur genug analoge Low-Tech-Schätzchen und einen Sack voller Filme einpacken muss, damit ich (kaum in Nepal eingetroffen) an einem Stück ausstellungsreife Bilder produziere? Dass ich sämtliche Überstunden und irrwitzigen Vorurlaubsstress vergesse, weil ich neben einem Sack Filmen auch noch Entwickler und Labormaterialien dabei habe. Ja, nee …is doch klar.

Über diverse Magendarm-Infekte und die Freuden, fast zwei Wochen lang eine gut sortierte Reiseapotheke quer durch alle Antibiotika leer zu futtern, erzähle ich hier mal nichts. Auch nicht darüber, wie frau mit Scheißerei galore den größten Teil ihres Wasservorrats sowie ihre digitale Kamera an einen der Sherpas abtritt, um 1000 Höhenmeter lang irgendwie “nepali flat” (a little bit down and then up) zu meistern. Während mein Bauch rumorte, stampfte ein anderen Teil von mir trotzig mit dem Fuß auf und krähte “Ich will aber!”

Es war trotzdem toll (das glaubt mir jetzt wieder keiner) und ich kam jeden Abend im Lager an, nur … die Sache mit den Fotos, die kam ein bisschen zu kurz.

Ein paar Filme habe ich wirklich belichtet und zwei davon tatsächlich abends im “Dining Tent” entwickelt. Nur, dass mir das Universum eben ab und zu eine lange Nase gedreht hat.

Ich musste lernen, dass das Sucherprisma meiner Agfa-Box links und unten viiiiel mehr anzeigt als wirklich auf dem Bild ist (es tut halt nicht mittig über dem Objektiv sitzen, gelle?) und, dass ruppige Reisebehandlung und evt. auch der gelegentliche Regenguss, manchmal an Stellen Licht in die Pinhole Holga mogeln, wo man es nicht vermuten würde. Z.B. links im Bild …. in einem schönen weich-fließenden Übergang.

Mehr Auschussbilder erspare ich Euch – die richtig guten Anschauungsmaterialien behalte ich für mich.

Dass Menschen sich mitunter bewegen, just in dem Moment, in dem ich abdrücke ist auch äußerst lästig.

Was an diesem Wochenende alles kreativ daneben ging, blogge ich vielleicht ein anderes Mal oder an anderer Stelle. Ist besser für die Selbstachtung.

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Panschen bis der Arzt kommt

Es war einmal ein Wochenende, an dem 10 begeisterte analoge Entwickler und Entwicklerinnen – im Volksmund auch Panscher genannt – buchstäblich bis zu den Ellenbogen in Fotochemie versanken. So oder so ähnlich geschehen auf dem Absolut Analog II Workshop, mit dem wir an diesem Wochenende die neuen Räume von Spürsinn eingeweiht haben.

Insgesamt haben wir ca. 40 Filme entwickelt und dabei wenigstens 9 verschiedene Entwickler und unzählige Kombinationen von Entwickler-Komponenten, Zeit, Temperatur oder Agitationsrhythmen durchprobiert. Schnell hing die Wäscheleine voll mit Filmstreifen, die von uns neugierig beäugt wurden. Viel gegen wenig Korn, Millionen von Grauwerten gegen knackige Kontraste, Kleinbild neben Mittelformat.

Es hat riesig viel Spaß gemacht, die verschieden Arten auszuloten, mit denen die Bildwiedergabe in Silber und Gelatine gesteuert werden kann. Und nach so einem Wochenende beginnt man gerade erst zu erahnen, wie vielfältig und nahezu unbegrenzt die Möglichkeiten diesbezüglich sind.

Ganz nebenbei war der Workshop mit 8 Wiederholungstätern ein echtes Familientreffen – mir ist es super schwergefallen, mich von der Truppe zu verabschieden, aber wir sehen uns wieder. Vielleicht im November auf der Fotobörse?

Ein paar Beispielbilder anbei (Klick macht groß).

Die ersten drei sind entstanden mit der Pentax 67 auf Kodak Tri-X 400, belichtet auf ISO 320, entwickelt im Zweikomponenten-Entwickler  Spur SD2525 (Komponentenverhältnis 1:1, 8 Minuten)

Der rasende Radler wurde mit der Agfa Synchro Box auf Shanghai GP3 100 eingefangen und  15 Minuten in Caffenol-C-H entwickelt.

Chris hat übrigens auch gebloggt. Wie immer auf Englisch ….

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