{"id":600,"date":"2011-01-02T15:39:48","date_gmt":"2011-01-02T14:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andrae.org\/blog\/?p=600"},"modified":"2011-01-03T18:55:28","modified_gmt":"2011-01-03T17:55:28","slug":"eine-reise-zu-iso-1600","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andrae.org\/blog\/2011\/01\/eine-reise-zu-iso-1600\/","title":{"rendered":"Eine Reise zu ISO 1600"},"content":{"rendered":"<p>Auf der letzten Fotob\u00f6rse in Darmstadt habe ich mir einen Wunsch erf\u00fcllt und meinen Ger\u00e4tepark um eine Pentax 67 erweitert. Eine Kamera, die f\u00fcr ihren brachialen Spiegelschlag <span style=\"text-decoration: line-through;\">ber\u00fchmt<\/span> ber\u00fcchtigt ist und von der im Netz gerne behauptet wird, man k\u00f6nne mit ihr &#8211; vor allem Indoors &#8211; nicht aus der Hand arbeiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Neujahr hatten wir (meint Chris &amp; ich) uns eine Fotopirsch vorgenommen, um das Jahr gleich geb\u00fchrend einzul\u00e4uten. Aufgrund der Wetterlage kam aber nur ein \u00fcberdachter Streifzug in Frage, weshalb es uns (mal wieder) nach Wolfsburg in die Autostadt verschlug.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war hiermit klar: ISO muss her. Und zwar t\u00fcchtig. Meine Wahl fiel auf den Tri-X 400, weil ich im Netz recherchiert hatte, dass der sich recht gut pushen l\u00e4sst. G\u00e4ngig sind laut diverser Fotoforen und Flickr Push-Entwicklungen auf ISO 1600 oder gar 3200 (einige &#8220;Extremisten&#8221; treiben es durchaus noch weiter, ob das sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt). Allerdings hie\u00df es immer, wenn keine Details in den Schatten verloren gehen sollen, bediene man sich Entwickler wie D-76 oder Rollei RHS und lasse die Finger <strong>UNBEDINGT<\/strong> von Rodinal. Wer Fotoforen kennt, wei\u00df mit welchem Absolutheitsanspruch solche Weisheiten gerne verk\u00fcndet werden.<\/p>\n<p>Dumm f\u00fcr mich. Ich hatte weder D-76 oder Rollei RHS sondern <strong>NUR<\/strong> Rodinal. Nun bin ich aber stur. Ich wollte mein neues Baby unbedingt einmal ausf\u00fchren. Bei schlechtem Licht. Drinnen.<\/p>\n<p>Also musste ein gescheites Rezept f\u00fcr eine Push-Entwicklung f\u00fcr Rodinal her. Die Ergebnisse nach den Rezepten aus dem Massive Dev Chart \u00fcberzeugten mich nicht, wohl aber die eines Herrn auf Flickr, der den Tri-X mit einer Standentwicklung in Rodinal (20\u00b0, 1+100, 2 Stunden) auf ISO 1600 gebracht hat. Ein guter Ausgangspunkt. Gut genug, \u00a0um die Fotopirsch erstmal wie geplant anzugehen.<\/p>\n<p><strong>Die Ergebnisse Teil 1<\/strong><\/p>\n<p>Wieder zuhause angekommen, hatte ich drei belichtete Filme in der Tasche. Der erste wanderte durch die Standentwicklung wie beschrieben &#8211; die ersten 30 Sekunden kontinuierlich bewegt, danach jede halbe Stunde einmal angestubst.<\/p>\n<p>Die Negative kamen sehr kontrastig &#8211; allerdings waren auch die Motive in eher extremen Lichtsituationen aufgenommen.<\/p>\n<ul>\n<li>drau\u00dfen im Schnee, vor einem grau-wei\u00dfen Himmel<\/li>\n<li>in einem Raum mit einer Installation rund um einen versilberten Bugatti Veyron &#8230; der Raum ist reiner Kontrast. Es gibt wenig Tonwerte zwischen schwarz und grell wei\u00df<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bilder wurden ohne Tonwertkorrektur gescannt. Das eine Bild (Auto) wurde in Lightroom geringf\u00fcgig (nur in den Tiefen) nach unten korrigiert, das helle Bild \u00a0in den Lichtern partiell leicht nach oben korrigiert. (Klick macht gro\u00df)<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\nngg_shortcode_1_placeholder\n<p><strong>Der Unfall<\/strong><\/p>\n<p>Wenn zwei Leute in einer K\u00fcche Filme in einer Standentwicklung panschen und die Entwicklerdosen Zwillinge sind, kommt es fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Verwechslungen mit Folgen. So gestern.<\/p>\n<p>Der Wecker bimmelt, Chris zieht los, um seinen Film zu stoppen und zu fixieren und greift daneben. Statt seinen Efke aus der Standentwicklung zu ziehen, wurde mein zweiter Tri-X nach 30 Minuten aus seinem Entwicklerbad befreit. Das Ergebnis war d\u00fcnn &#8230; aber bei weitem nicht so d\u00fcnn wie erwartet. Zwar musste die Belichtung am Scanner und in Lightroom deutlich korrigiert werden &#8211; aber das Ergebnis ist zumindest zu Anschauungszwecken brauchbar. Plus: es lieferte mir einen deutlichen Hinweis darauf, dass ich die Zeit f\u00fcr die Entwicklung von Film Nummer drei wohl deutlich w\u00fcrde verk\u00fcrzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier ein Beispielbild vom Malheur-Film, man sieht, dass das Korn in der unteren Bildh\u00e4lfte recht unsch\u00f6n wird. (Klick macht gro\u00df)<\/p>\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p><strong>Die Ergebnisse Teil 2<\/strong><\/p>\n<p>Nach diesem Unfall war ich zwar deutlich gefrustet, und der Abend schon weit fortgeschritten &#8211; aber da ich f\u00fcr heute was zu scannen brauchte, wanderte auch noch Film Nr. 3 in die Chemie. Alles wie gehabt, diesmal aber mit einer Entwicklungsdauer von 1,5 statt 2 Stunden. Und voila &#8230; \u00a0(Klick macht gro\u00df, beide Bilder sind vollst\u00e4ndig unkorrigiert).<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p>&#8230;<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>Das Korn ist wunderbar fein und die Negative sind prima durchzeichnet.<\/p>\n<p><strong>Versuch mach kluch! <\/strong><br \/>\nEs lohnt sich <strong>immer<\/strong> mit Belichtung, Filmen und Entwicklungsoptionen zu experimentieren &#8211; ganz gleich, wie die landl\u00e4ufige (&#8220;Experten&#8221;-) Meinung dazu lautet. Vielleicht geht es ja doch &#8211; oder es kommt ein Ergebnis dabei heraus, dass ich in anderem Zusammenhang noch einmal einsetzen kann.<\/p>\n<p><strong>Fehler machen lohnt sich. <\/strong><br \/>\nWenn man daraus lernt. Ohne Chris&#8217; Dosen-Faux-Pas w\u00e4re ich m\u00f6glicherweise nicht auf die Idee gekommen, die Entwicklungszeit f\u00fcr die Standentwicklung zu verk\u00fcrzen. Genau dieser Schritt hat aber die Ergebnisse optimiert.<\/p>\n<p>Und das in Rodinal.<\/p>\n<p>P.S. Chris hat dazu ebenfalls<a href=\"http:\/\/chrismarquardt.com\/blog.php?id=4568594803753308502\" target=\"_blank\"> einen Artikel auf sein Blog gestellt <\/a>&#8211; wie immer in Englisch. Hier gibt&#8217;s mehr zum Thema Push, diesmal f\u00fcr den Ilford HP5 plus und den Efke R100.<\/p>\n<div class=\"shariff\" data-title=\"Eine Reise zu ISO 1600\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.andrae.org\/blog\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftp\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"pinterest\",\"mail\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.andrae.org\/blog\/2011\/01\/eine-reise-zu-iso-1600\/\" data-lang=\"en\" data-theme=\"grey\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-white orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.andrae.org%2Fblog%2F2011%2F01%2Feine-reise-zu-iso-1600%2F&text=Eine%20Reise%20zu%20ISO%201600\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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