Kein Bahnübergang

Auf der (Google-)Suche nach alten Kali-Bergwerken in meiner Gegend bin ich vor einiger Zeit über die Webseite des Straßenbahnmuseums gestolpert. Letzteres ist nämlich auf dem Gelände der ehemaligen Kaligrube Hohenfels untergekommen.

Chris und mir schien das Gelände gut geeignet, um auf einem Pfingstspaziergang die Kameras auszuführen. Wir erwarteten einigen Andrang – schließlich ist an sonnigen Feiertagen meist Kind und Kegel samt familiärem Anhang auf Achse. Statt dessen war es eher still, was uns Zeit  ließ, mit einem der Herren vom Museumsverein ein Schwätzchen zu halten. Er bewunderte vor allem Chris Großformat-Kamera, die ja immer für ein bisschen Gesprächsstoff gut ist. Kontaktscheue Menschen sollten von Kameras auf unwiderstehlich langen Beinen und schwarzem Schleier Abstand nehmen.

Der Charme des Geländes kam hauptsächlich durch die vielen alten Dinge und deren Verweis auf Vergangenes zustande. Manches ist kurios, anderes  – wie eine Zugzielanzeige mit Verweis auf die Zonengrenze – regt zum Nachdenken an und das ein oder andere Detail hat etwas Verwunschenes an sich. So wie das Schild vom nicht mehr vorhandenen Bahnübergang.

 

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Film: Rollei R3 400 @ ISO 1600, entwickelt in Spürsinn MixTour

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Panschen bis der Arzt kommt

Es war einmal ein Wochenende, an dem 10 begeisterte analoge Entwickler und Entwicklerinnen – im Volksmund auch Panscher genannt – buchstäblich bis zu den Ellenbogen in Fotochemie versanken. So oder so ähnlich geschehen auf dem Absolut Analog II Workshop, mit dem wir an diesem Wochenende die neuen Räume von Spürsinn eingeweiht haben.

Insgesamt haben wir ca. 40 Filme entwickelt und dabei wenigstens 9 verschiedene Entwickler und unzählige Kombinationen von Entwickler-Komponenten, Zeit, Temperatur oder Agitationsrhythmen durchprobiert. Schnell hing die Wäscheleine voll mit Filmstreifen, die von uns neugierig beäugt wurden. Viel gegen wenig Korn, Millionen von Grauwerten gegen knackige Kontraste, Kleinbild neben Mittelformat.

Es hat riesig viel Spaß gemacht, die verschieden Arten auszuloten, mit denen die Bildwiedergabe in Silber und Gelatine gesteuert werden kann. Und nach so einem Wochenende beginnt man gerade erst zu erahnen, wie vielfältig und nahezu unbegrenzt die Möglichkeiten diesbezüglich sind.

Ganz nebenbei war der Workshop mit 8 Wiederholungstätern ein echtes Familientreffen – mir ist es super schwergefallen, mich von der Truppe zu verabschieden, aber wir sehen uns wieder. Vielleicht im November auf der Fotobörse?

Ein paar Beispielbilder anbei (Klick macht groß).

Die ersten drei sind entstanden mit der Pentax 67 auf Kodak Tri-X 400, belichtet auf ISO 320, entwickelt im Zweikomponenten-Entwickler  Spur SD2525 (Komponentenverhältnis 1:1, 8 Minuten)

Der rasende Radler wurde mit der Agfa Synchro Box auf Shanghai GP3 100 eingefangen und  15 Minuten in Caffenol-C-H entwickelt.

Chris hat übrigens auch gebloggt. Wie immer auf Englisch ….

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Testbilder in Mixtour

Am letzten Wochenende habe ich mir die Tasche voll mit Kameras geladen, um endlich “angefangene” Filme zu verschießen, wenigstens einen neuen auszuprobieren (Efke 50) und ein bisschen mit Spürsinns neuem Baukastenentwickler MixTour zu experimentieren.

In meiner Pentax 67 schlummerte noch ein HP5 (belichtet @800) und die Agfa Synchro Box musste dringend leer geknippst werden, um den Efke 50 als potentiellen Himalayafilm Gassi zu führen.

Beide Filme habe ich erhielten ein Bad in Mixtour-Rezepturen. Als ersten Anhaltspunkt habe ich für den Ilford HP5 bei ISO 800 das Push-Rezept für Tri-X @800 (15:30 Minuten)  verwendet. Unkorrigiert gescannt, musste die Belichtung der Bilder um eine Blende nach oben korrigiert werden. Die Korrekturen  waren ohne Tonwertabrisse möglich. Die Kontraste waren in natura eher schwach, was jedoch für die Nachbearbeitung ein guter Ausgangspunkt war.

Hier ein paar Testbilder (Klick macht groß).

Der Efke 50 kam mit seiner MixTour “Normal V1” (8:30 Minuten) aus dem Rezept-Datenblatt  erwartungsgemäß (Box- und Efke-typisch) kontrastarm aus der Dose. Die Kontraste habe ich nachträglich in Lightrrom angehoben. Beim nächsten mal werde ich das direkt mit einer Kontrast-Mixtour versuchen.

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Törtchen?

Trödelmarktbesuche im Winter sind gemeinhin 1. kalt, 2. spannend, 3. ermüdend. Unser Flohmarktversuch am Samstag wäre außerdem (4.) auch noch nass gewesen, hätte es sich dabei nicht glücklicherweise  um einen Hallenflohmarkt gehandelt. Leider fiel wegen dünner Besetzung Eigenschaft 2 (spannend) weg, auch wenn wir durch herzhaftes Feilschen von Chris wenigstens noch einen Aspekt – 5. erfolgreich – abhaken konnten.

Nachdem wir eine angeschimmelte Zeiss Ikon Ikonta, eine müffelnde Voigtländer Vito B und andere missachtete Schätzchen bitterlich beweint hatten, haben wir uns in ein Cafe geflüchtet. Cappuccino tröstet.

Über den  anschließenden Kampf mit meinem Scanner  (da ist doch Zeichnung im Negativ, warum zum Geier sieht er die nicht?? … ) verliere ich besser kein Wort. *gnarf*

[Lucky SHD 100, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800]

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Analoge Licht- & Schattenspiele

Letztes Wochenende  – anlässlich des “Absolut Analog” Foto-Workshops bei Spürsinn in Braunschweig – hatte ich endlich die Gelegenheit, einmal eine Kamera mit dem Lucky SHD100 zu bestücken. Meine eigene frisch erworbene Nikon FE2 hatte zwar beschlossen sich noch ein bisschen zu zieren, aber zum Glück hat mir Chris mit seiner Minolta X700 ausgeholfen.

Nach einigen Jahren voll elektronischem und autofokussiertem Kleinbild sowie knapp 6 Jahren digitalem APS-C-Format hatte ich nun zum ersten Mal seit gefühlten Äonen eine mechanisch zu fokussierende KB-Kamera in der Hand. Was soll ich sagen – es hat s**mäßig Spaß gemacht.

Auf der Suche nach typischen Moni-Motiven, bin ich über das Rollei-Gelände gestreift und gerobbt. Eine ordentliche Workshop-Location lässt sich natürlich nicht lumpen und in Kombination mit einigen “lichten Momenten” fand ich sie dann. Meine Schatten. Sagte ich schon, dass ich einen Schattenfetisch habe? Nein? …

Der Lucky bekam eine echte Bond-Entwicklung (gerührt und nicht gekippt, um zu verhindern, dass der Film während der Entwicklung Sauerstoff ausgesetzt wird) in Spürsinn HCD Mischungsverhältnis 1+15 und einer Entwicklungszeit von 7 Minuten.

Meine Negative hatten durchweg reichlich Zeichnung, waren aber für meinen Geschmack in den Tiefen nicht knackig genug. Nach dem Scannen habe ich deshalb etwas an den Gradationskurven gezupft. Hier das Ergebnis, in Tonwert und Kontrast korrigiert:

shadow on stairs, © Monika Andrae

shadow on stairs, © Monika Andrae

shadow grid, © Monika Andrae

shadow grid, © Monika Andrae

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