Kamera: Polaroid Spirit 600 CL
Film: Impossible PX600 Silver Shade, First Flush
Kamera: Polaroid Spirit 600 CL
Film: Impossible PX600 Silver Shade, First Flush
Thu, Dec 9, 2010
Wenn man rausgeht in den Schnee und wenn es immer noch bewölkt ist und schneit, dann bekommt man weiße Bilder. Das ist nun mal so. (Klick macht groß)
(Film Ilford PanF 50, nach Packungsanweisung entwickelt mit Rodinal 1:50, 11 Minuten. Pro Minute 10 Sek. bewegt)
Beim nächsten Mal werde ich es mal mit deutlich weniger Gezappel während der Entwicklung probieren – höchsten einen Schwenk pro Minute – oder einen anderen Entwickler benutzen. Für mein Gefühl kommt der Film hier mit viel zu viel Korn.
Sun, Nov 21, 2010
Verlassene Gebäude, Ruinen und noch einiges anderes Unperfektes üben auf mich doch einen großen Reiz aus. Vom fotografischen Standpunkt betrachtet. Allerdings kann es vorkommen, dass mich während oder nach Ausflügen zu solch speziellen Sehenswürdigkeiten, die Tristesse überkommt – ja anfällt. Je nach Wetterlage oder Jahreszeit muss ich die aufkommende trübe Stimmung anschließend mit einem Milchkaffee und ein bisschen Jazzmusik in kuscheliger Kneipenatmosphäre kompensieren. So auch gestern.
Chris und ich waren auf dem Gelände der Expo 2000 in Hannover unterwegs. Hier stehen ehemals glänzende Expo-Pavillons halb ausgeweidet, teils mit Brandschäden auf jeden Fall aber abgesperrt herum. Aus manchen steigen patroullierende Amtsträger aus anderen hört man Geräusche von “Handwerkern”. Sie bieten ein düsteres Bild. Es sind Gebäude die Trauer tragen.
Hier ein paar Eindrücke, klick macht Bildergalerie zum Durchblättern.
(Film Lucky SHD 100 NEW, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800)
Mon, Nov 8, 2010
Selbst auf völlig unspannenden – weil halbleeren – Hallenflohmärkten (ich schrieb bereits darüber) kann einem mithin Gutes widerfahren. Nämlich dann, wenn frau zwischen halb verschimmeltem Kellergut zwei vernachlässigte und bestimmt lange Jahre missachtete kleine Kameraschätzchen entdeckt und man die Chance bekommt, sie zu retten. Wenn der Lieblingsmensch die beiden dann durch Zücken des Geldsäckels heldenhaft auslöst, ist der Weg frei für eine wunderbare Freundschaft. Oder so ähnlich …
Nun, wie auch immer … als Resultat dieses Streifzugs lag die rechte dieser beiden Damen auf meinem Geburtstagsgeschenke-Tisch. Die kleine Brownie Starlet ist schon eine alte Dame, denn die Kameras wurden in dieser (meiner) Version zwischen 1953 und 1954 gebaut. Im Grunde handelt es sich bei dieser Brownie um eine aufgehübschte Plastikbox mit (seitenrichtigem) Sucher.
Die Starlet nimmt 127er Babyrollfilm und fabriziert darauf 4x4cm große Bilder. Verstellen kann man sogut wie nichts – es gibt genau zwei Einstellungen: 13 Color sowie 14 B & W. Das war’s. Die kluge Frau schaut sich natürlich als Erstes genau an, was passiert, wenn man das kleine Schieberchen von B&W auf Color umstellt.
Die kluge Frau … also nicht ich.
Naiv – aber sowas von.
Bei ihrem ersten Ausgang hatte ich die Kleine mit einem Rollei Retro 80 S geladen. Die ISO 80 machten mir wegen des bedeckten Wetters zwar ein bisschen Sorgen, aber ich dachte mir “Versuch macht klug, schließlich hatten die damals auch keine empfindlicheren Filme”.
Jaja … soweit so richtig, aber damals waren die Herrschaften wohl nur bei strahlende Sonntagssonne mit den Dingern unterwegs. Vor allem aber haben die wohl den kleinen Schieber auf 13 Color gestellt UM DIE BLENDE WEITER ZU ÖFFNEN – DU DOOFIE. Dass sich Blende in dieser Stellung weiter öffnet, hatte ich bis dato aber noch gar nicht bemerkt. Ich weiß zwar, dass zu der Zeit die Farbfilme eine niedrigere Empfindlichkeit hatten, aber das ist noch lange kein Grund, daraus auch die nötigen logischen Schlüsse zu ziehen, oder? *gnarf*
Als Ergebnis waren die Negative (bis auf zwei) alle durchsichtig. Diese kleine Zicke!
Lektion gelernt – also
Noch ein Versuch!
In Ermangelung eines Schwarzweiß-Films mit ISO 200 bekam die Kleine einen Efke 100 in den Bauch. Den auf ISO 200 zu pushen würde ja wohl kein Problem sein, oder? Außerdem hatte ich mir fest vorgenommen, den Schieber diesmal auf die größere der beiden Blendenöffnungen zu stellen. Am letzten Oktobersonntag kam dann tatsächlich genau zwei Stunden die Sonne raus. Meine Chance.
Ich bin mit der Kleinen in der Hand einmal rund um den Maschteich gezuckelt, immer die Parklandschaft und Hannovers ”neues Rathaus” im Visier. Witzigerweise erntet man mit dem winzigen Plastikding zwar eine Menge neugieriger Blicke, richtig ernst nehmen tut einen aber niemand. Es rechnet wohl keiner damit, dass dieses Kästchen wirklich Fotos macht. Hinstellen, anvisieren, abdrücken, ein helles “Klick” … danach knapp drei schnarrende Umdrehungen: Der Spaßfaktor ist enorm – die zwölf Bilder waren ratzfatz verschossen.
Zuhause wurde der Film flugs in Tetenal Neofin Blau gebadet. 1 Fläschchen mit Wasser zu 500 ml Entwicklerlösung angemixt, Film vorwässern, bei 20°C gut 22 Minuten entwickeln, ca 1 Mal je Minute schwenken, stoppen, fixieren wie üblich, wässern wie üblich, ein bisschen Netzmittel ins letzte Badewasser, tropfnass aufhängen … und gucken obs was geworden ist.
Auf den ersten Blick war ich schon wieder enttäuscht, was da von der Lampe in meiner Küche baumelte sah streckenweise ZU gut belichtet aus. Die Schattenbilder waren ok, aber die aus der Sonne … naja, etwas weniger Licht hätte es wohl auch getan. Menno!
Je trockener der Film aber wurde, und je näher ich meine neugierige Nase daran halten konnte, desto besser konnte ich erkennen, dass auch auf den reichlich belichteten Bildern noch genug Zeichnung war. Auf den meisten zumindest. Genauer nachgucken konnte ich noch nicht – mir fehlten noch ein mittelformatfähiger Scanner und 4×4 Diarähmchen als Maske.
Beides ist in der letzten Woche bei mir eingezogen – und siehe da. Ich musste nur bei einem der Bilder die Belichtung korrigieren – alle anderen waren deutlich im grünen Bereich. … und die Anmutung von dem, was die billige Plastiklinse produziert gefällt mir.
Gefällt mir ganz außerordentlich!! #hach
Aber seht selbst (Klick macht grooooß):
und noch ein paar mehr … (Klick macht Bildergalerie zum Durchgucken):
Was meint Ihr dazu?
Sun, Oct 17, 2010
Trödelmarktbesuche im Winter sind gemeinhin 1. kalt, 2. spannend, 3. ermüdend. Unser Flohmarktversuch am Samstag wäre außerdem (4.) auch noch nass gewesen, hätte es sich dabei nicht glücklicherweise um einen Hallenflohmarkt gehandelt. Leider fiel wegen dünner Besetzung Eigenschaft 2 (spannend) weg, auch wenn wir durch herzhaftes Feilschen von Chris wenigstens noch einen Aspekt – 5. erfolgreich – abhaken konnten.
Nachdem wir eine angeschimmelte Zeiss Ikon Ikonta, eine müffelnde Voigtländer Vito B und andere missachtete Schätzchen bitterlich beweint hatten, haben wir uns in ein Cafe geflüchtet. Cappuccino tröstet.
Über den anschließenden Kampf mit meinem Scanner (da ist doch Zeichnung im Negativ, warum zum Geier sieht er die nicht?? … ) verliere ich besser kein Wort. *gnarf*
[Lucky SHD 100, nach diesem Rezept gepusht auf ISO 800]
Tue, Oct 12, 2010
Ein Wochenende, ein Workshop, ein neuer Film.
Workshops sind für mich eine Möglichkeit, mich mal wieder ausgiebig UND lange mit Fotografie zu beschäftigen – sonst komme ich selten dazu, so viel Zeit am Stück nur einer einzigen Sache zu widmen.
Am Vergangenen Wochenende – beim zweiten Absolut analog Workshop – wäre also die Gelegenheit gewesen, meine Plastikdosen mit Filmen ein bisschen leerer zu machen. Statt aber an meine Vorräte zu gehen, habe ich mit dem Agfa APX 100 einen frischen Film in meine FE2 gelegt. Zusammen meiner liebsten Festbrennweite, dem 24 mm f/2.8 habe ich mit Chris, Tilla, Micha, Sebastian, Claudia, Eva, Ilka, Julian, Joe und Heinz – kurz, in bester Gesellschaft das Rolleigelände in Braunschweig unsicher gemacht.
Wir zehn haben guten Grund zu vermuten, dass auch der Geist von Herrn Heidecke dabei war – warum bleibt aber unser Geheimnis.
Eine erste Grabung in den Negativen und eine quälend langsame Session mit meinem ollen Scanner förderte Bilder zu Tage, aus denen ich fast einen Eisernen Fotografen basteln könnte: Etwas Surreales, ein Baum, etwas Totes … (jeder Klick macht groß)
(Agfa APX 100, Spürsinn HCD, 1+9, 5:30 Minuten)
Thu, Sep 30, 2010
Die pinke Diana macht pinke Bilder – wenn man sie mit einem Fuji Astia 100F füttert, diesen cross entwickelt und dem Ganzen zu wenig Licht gönnt. Wieder was gelernt … aber es gefällt mir. Trotzdem. Irgendwie.
Ach ja … und weil die gute Diana den Film manchmal nicht ganz straff wickelt, und ich beim Entladen keinen Dunkelsack hatte, habe ich mir auch ein bisschen Lichteinfall gegönnt. Warum nicht!
Sun, Sep 26, 2010
Die Mittagspause am letzten Tag des Workshops ist gerade vorbei. Für die Teilnehmer beginnen die letzten drei Stunden des Urban Photography Workshops – für mich beginnen die letzten 9 Stunden auf kanadischem Boden.
Ich konnte nur ein einziges Stadviertel von Toronto wirklich erkunden - zu mehr fehlte die Zeit. Trotzdem mag ich gar nicht abfahren, denn irgendwie habe ich die Stadt in dieser kurzen Zeit ins Herz geschlossen. Die Stadt und die Menschen. Von einer Stadt auf dem nordamerikanischen Kontinent habe ich mehr Hektik erwartet, mehr Gefühl von Getriebenheit und von Unsicherheit. Statt dessen hat Toronto einen guten, sehr entspannten Rhythmus (was vielleicht auch an der gemüttlich rumpelnden roten Straßenbahn liegt). Ich habe mich hier immer sicher gefühlt, hatte nie den Eindruck, abends durch die Straßen zu gehen oder mir um meine Wertsachen Gedanken machen zu müssen. Ich habe mich von Anfang an sehr willkommen gefühlt.
Das alles führe ich auf die Menschen zurück. Man sagt Toronto nach, eine der am stärksten “multikulti” geprägten Städte der Welt zu sein. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber es fühlt sich zumindest richtig an. Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft prägen das Straßenbild – insbesondere in Vierteln wie Kensington Market, man fühlt aber keine Spannungen zwischen ihnen. Schlendert man als Tourist durch die Straßen wird man oft gegrüßt und noch viel häufiger angelächelt. Es ist leicht, über eine Tasse Kaffee oder ein Foto ins Gespräch zu kommen.
Neben all dem gibt es tolle Architektur, schnuckelige Läden (nicht nur die, in denen man Wolle kaufen kann), gemütliche Cafes und den besten Soy-Latte, den ich je getrunken habe. Für mich steht jetzt schon fest, dass ich wiederkommen will. Ich glaube neben San Francisco habe ich meine zweite Lieblingsstadt gefunden.
Sat, Sep 11, 2010
Neuigkeiten von dem, das über meine Nadeln rutscht oder was irgendwie mit Handarbeiten zu tun hat, poste ich normalerweise auf meinem Strickblog. Wenn das, was ich dort poste aber was mit dem Everesttrek zu tun hat und damit mit einer meiner liebsten Fototouren muss es natürlich auch hier hin.
Bei meiner letzten großen Reise im April, es ging zum Trekken nach Tibet, hatte ich nicht nur Zeit Fotos zu schießen und an einem Tuch zu stricken , sondern auch, die seltene Spezies der männlichen Spinner in einem ihrer natürlichen Lebensräume zu beobachten (männliche Spinner sind seltener als spinnende Männer … oder so … äh … ach, ich weiß nicht).
Während des Treks wurde unsere Gruppe nicht nur von Sherpas und Tibetern begleitet, die uns als Bergführer oder Küchencrew betreut haben – zusätzlich begleitete uns eine Herde von 35 Jupkyu (Yak-Kuh-Hybride) … ich nenne sie der Einfachheit halber mal Yaks. Deren Betreuer unsere “Yakmen” vetrieben sich sowohl unterwegs als auch in den Abendstunden die Zeit mit Spinnen von Yakwolle. Die fertigen Knäuel geben sie später samt Spindel bei der Familie ab, die daraus Decken oder Zeltplanen für Nomadenzelte fertigt. Aus Yakwolle gewebte “Zeltplane” soll wetterfest sein.
Die Yakmen spinnen teilweise ohne hinzusehen, die Fasern um das Handgelenk gewickelt und in Jackentaschen verstaut. Chris hat für mich das Video gedreht, ich habe es editiert … und während ich noch immer niemanden gefunden habe, der mir das Spinnen auf der Handspindel beibringt, schaue ich bewundernd zu.
Mon, Jul 5, 2010
Ab und zu gibt es so Momente im Hobbyfotografen-Dasein, bei denen es in einem – nicht nur mit der Kamera sondern auch im übertragenen Sinne – Klick macht. Momente, in denen man wieder einmal merkt, warum man sich gerade dieses und kein anderes Hobby ausgesucht hat.
Bei mir hat es zuletzt Anfang Juni “Klick gemacht” – während des Happy Shooting Workshops in Berlin.
Angereist bin ich noch mit vollem Equipment, meiner digitalen SLR und mit meinem wieder genesenen Analogschätzchen – der Nikon FE2. Ich war mir noch nicht sicher, wohin die Reise gehen sollte … noch nicht.
Leider werde ich nicht jünger und mein (sehr analoger) Schiefhals überzeugte mich am Morgen der Exkusion ins Olympiastadion, nur mit dem kleinen Besteck loszuziehen. Die FE2, geladen mit dem Rollei Blackbird, und zwei Festbrennweiten – 24 sowie 50mm. Anfänglich fehlte mir ja was, die Fototasche war so seltsam leicht (die Kamera passt selbst mit Objektiv dran beinahe in die Hosentasche). Im Laufe des Tages allerdings hat mich die kleine, leichte Ausstattung wirklich begeistert. Es kann ein sagenhaft befreiendes Gefühl sein, fast nichts in der Hand zu haben – nicht von einem schweren Schulterriemen schief gezogen zu werden.
Ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht jeden “Schuss” ergattern zu können (Turnschuh-Zoom reicht weit, aber nicht über Zäune und Gräben) . Im Gegenteil, ich fühlte mich angespornt, Motive aufzustöbern, die passten bzw. andere “passend zu machen”.
Der Rollei Blackbird hat mir schon lange aus dem Kühlschrank zugerufen: “Leg.Mich.Ein!” Ein Schwarzweißfilm mit von Haus aus knackigen Kontrasten? Her damit! Er hat gehalten, was er versprach und ich habe mich ein bisschen verliebt. In einen Film.
Hier die Ergebnisse, belichtet auf ISO 100, entwickelt in Spürsinn HCD (1:9, 8 Minuten, geschwenkt, nicht gekippt), beeinträchtigt durch meinen Billigscanner.
[Klick auf eins der kleinen Bilder öffnet die Galerie, in der man über "next" weiter blättern kann.]
Fazit: zu sagen, es hätte mir nur Spaß gemacht, wäre untertrieben. Ich habe es unendlich genossen, mal wieder fotografisch richtig ”Hand anzulegen” – vom Einlegen des Films, über manuelles Scharfstellen, bis zum dem beinahe schon sprichwörtlichen “Fummeln im Dunkelsack” (gell?) und dem Matschen in der Küche. Fehlt nur noch ein Nachmittag in der Dunkelkammer.
!! Für alle Bilder gilt: ©Monika Andrae – sämtliche Rechte vorbehalten – All rights reserved!!
Sat, Dec 11, 2010
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