… bis siehe Bodenprägung

Das Haltbarkeitsdatum dieses Sommers ist hier im Norden schon längst abgelaufen. Meine Erinnerungen an warme Luft und kaltes Wasser sind daher ausgelagert zu mindestens haltbar 0215. (Ein großes Dankeschön geht an Lisa Neun für die schönen Illustrationen!)

Die Strömung beginnt, kaum merklich an mir zu ziehen. Jetzt kommt der Moment, an dem ich mich einfach fallen lassen müsste. Am besten gleich kopfüber hinein. Mich einfach mitreißen lassen, immer weiter, immer vorwärts. Dazu bin ich schließlich hier. Und es ist heiß. Wenn nicht jetzt, wann dann? [mehr …]

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Fluch dich frei, Spaß dabei

Manchmal muß man einfach Dampf ablassen: Weil manche Mitmenschen einem den letzten Nerv rauben. Weil das Butterbrot mit der Marmeladenseite auf das helle Sofa klatscht oder weil schon das dritte Handy aus der Gesäßtasche der Jeans sanft in die – womöglich noch gefüllte – Kloschüssel gleitet.
Ein Freund von mir wirft in solchen Momenten der Anspannung mit Gegenständen um sich (z.B. mit gespitzten Bleistiften), andere – so wie ich – fluchen oder schimpfen lieber. Gerne auch laut. Im einfachsten Fall entläd sich dann ein mehr oder minder aussprachefeuchtes «Scheiße!».
So weit so gut, so wirkungsvoll. «Scheiße!» hilft zwar kurzzeitig, ist aber nur begrenzt originell. Simpel und leicht zu erlernen – aber eben für Anfänger. Pflichtprogramm.
Kenner der Materie, sollten sich mit sowas nicht zufrieden geben, ein bisschen länger und farbiger darf es schon sein. «Zickzackscheißende Bambusratte» ist phantasievoller aber höchstens Kurzprogramm. Die Kür beginnt, wenn man ohne lange nachzudenken sog. “mehrstöckige Flüche” (Ausdruck gelesen bei R. Schami) fabrizieren kann. Besonders fantasievoll sollen ja die orientalischen Flüche und Schimpfwörter sein. Leider habe ich gerade kein authentisches Zitat parat … aber auf unseren Erfahrungshorizont bezogen, könnte das sich ungefähr so anhören: «Du flohverseuchter Hund einer unwissenden Müllhalde, gepriesen sei Allah, dass ich Dein Blog nicht mal lesen muss, wenn …» usw. usw. Je länger, je lieber.

Seit heute weiß ich, dass es sogar das Berufsbild des Fluchforschers gibt. In einem Interview mit einem solchen [NZZ Folio 10/96] habe ich ein paar besonders saftige Verwünschungen gelesen

  • «O Gott, steck deinen herrlichen Arsch aus den Wolken und scheiss auf diese Arschlöcher.»
  • «Alle Zähne sollen dir ausfallen, bis auf einen, damit du Zahnweh haben kannst.»

Außerdem steht da, das Fluchen gesund ist. Vielleicht sollte ich, statt heute abend zu joggen – lieber eine Trainingseinheit “Fluchen & Schimpfen” einlegen. Das kommt dann schließlich nicht nur mir zugute. 😉

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ANKUNFT

Neonlichter und Leuchtreklamen,
Regenverwischtes nimmt die Sicht.
Öllachen schillern in Pfützen.

Abends ist Einsamkeit greifbar,
sie pfeift durch die Ritzen des Motelfensters.
Das Nachtasyl liegt in der Ferne,
dort draußen, wo alle Linien ein Punkt werden.
Der Himmel über der Wüste, in dem Sterne funkeln,
gleicht im Glitzern dem nassen Asphalt.

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