900 Höhenmeter in 5 Minuten

Gestärkt von der weltbesten Bolognese-Sauce inklusive der obligatorischen Nudeln und einem Schüsselchen Salat nehme ich jetzt den zweiten Anlauf, einen (längst überfälligen) Blogeintrag zu schreiben. Auch, wenn satt sein faul macht … und Rotwein sowieso … und auch, wenn Chris derweil fleißig Bilder importiert und ich damit jetzt noch warten muss (menno!)… und überhaupt … READ MORE

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1000 Meter Männer

Es ist Wochenende.  Und Wochenende bedeutet in erster Linie Relaxen – in zweiter Linie Kilometer machen. Da der Doc noch keine Freigabe für’s echte Sporteln gegeben hat (jaja, die Bronchien), geht es in etwas gemäßigterem Tempo in den Wald. Schließlich muss Chris seine neuen Wanderschuhe einlaufen und meinen schadet es auch nicht, wenn sie mal wieder bewegt werden.

Unsere Route führt uns zu Beginn entlang eines Trimmpfades. Diverse Schilder, die uns auffordern Rumpfbeugen, Froschsprünge, Liegestützen oder Klimmzüge zu machen, ignorieren wir geflissentlich. Ich habe dabei auch nicht im geringsten ein schlechtes Gewissen. Ein Schild am Wegrand lässt mich aber ein- bis zweimal stutzen. Beim dritten Mal stutzen zücke ich mein iPhone – hier das Beweisbild:

1000m Männer

1000m Männer

Was soll ich mit tausend Metern Männer? (mir reicht einer völlig) … und wie muss ich diese Übung im Detail ausführen? Nach jedem Mann den Rumpf beugen (mit Nachwippen?) , ein paar Froschsprünge machen (Sportler 10, Nichtsportler 15 Wiederholungen) oder Slalom laufen? Wegen unklarer Aufgabenbeschreibung – z.B. waren weder die Übungsdauer noch die Anzahl verbrauchter Kalorien gelistet – habe ich von der Durchführung der Übung abgesehen.

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Fischgeschick

Frau caliente liebt es, von meinen Missgeschicken zu lesen. Besonders amüsiert es sie, wenn Blut fließt. Extra für Frau caliente gestehe ich hier und jetzt, dass mich heute mit einem Tiefkühlfisch angelegt habe. Mit einem Rotbarsch, um es präzise auszudrücken.

Ich stehe meinem Tiefkühlschrank. Voller Elan (bzw. Hunger) mache ich mit Schwung und einem kleinen Messer (die Schere war abgängig) einen Schnitt in die Verpackung. Durch die Öffnung angle ich mit dem Finger nach einem Filet. Die Dinger pappen irgendwie aneinander und so ziehe ich statt einem, gleich drei aus der Tüte. Zwei davon folgen der Schwerkraft und schlagen mit der Kante auf meinem rechten nackten Fuß auf. Probieren Sie es ruhig mal aus – es ist kein schönes Gefühl, wenn einem gefrorener Fisch aus ca. 1,70 Metern Höhe auf den Fuß fällt. In einem Anflug kalter Rache (bzw. Hunger) mache ich mich nun daran, dem Fisch ein Gemüsebett zu schnippeln, auf dem er nachher mit etwas Wein, Kreuzkümmel und ein bisschen Butter garen soll. Natürlich ergreift mein Messer für den Fisch Partei und dringt in meinen Daumen ein. Es blutet (bitte sehr, Frau caliente). Weil ich nicht gewillt bin, den Fisch mit Blut, statt Wein anzugießen, wickle ich ein Tuch um den Daumen und schneide weiter. Was interessiert mich so ein Schnitt!
Der Rotbarsch wandert also wie geplant in den Backofen und nach 25 Minuten klingelt brav der Wecker. Eine Prüfung zeigt, dass das Gemüsebett noch ein bisschen braucht und so setze ich mich wieder vor meinen Computer um weiter Bilder zu bearbeiten. Nur kurz, nur fünf Minuten. Aus fünf Minuten werden fünfzehn. Das Gemüse hat ordentlich Farbe gezogen (… ähem, ist schwarz eine Farbe?) und der Fisch auch. So ein Reinfall. Gut dass noch Wein übrig ist, ich brauche dringend einen Schluck. Meinen Sie eine Klage gegen flickr und eine Softwarefirma wegen Mundraub hätten Aussicht auf Erfolg?

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Angriff der Killernagelschere

Es ist wieder passiert. Blut ist geflossen.
Wer mich kennt weiß, dass mir ein ums andere Mal ein Mißgeschick mit scharfen oder spitzen Dingen passiert. Das liegt jedoch mitnichten daran, dass ich mich ungeschickt anstelle. Vielmehr ist ein gewisses Eigenleben die Ursache, das der scheinbar so unbelebten Materie, die mit mir zusammenwohnt, innewohnt.

Gestern abend setzte eine eigentlich sicher auf der Ablage im Bad schlummernde Nagelschere unvermittelt zum Sink- nein Sturzflug an. Der Flug war kurz, die Landung sauber. Sie (die Schere) steckte Spitze vorweg in meinem großen Zeh. Der kleine Kratzer entwickelte ein großes Geltungsbewußtsein und tropfte ungeheuerlich. So bin ich mit einem in Klopapier gewickelten großen Zeh durch die Wohnung gehüpft, auf der Suche nach Pflaster, welches sich natürlich rechtzeitig vor mir in Sicherheit gebracht hatte. Schließlich habe ich es in einer Box in der Küche ausfindig gemacht. Hierhin muss es sich nach dem Angriff des Kochmessers und der darauf folgenden Verarztung meines Zeigefingers, zurückgezogen haben.

Auch gegen mein Bett und mein Sofa bin ich machtlos. Beide fallen mich recht regelmäßig an, klammern sich an mich und schläfern mich ein. Vielleicht ist gegen mich eine Meuterei im Gange.
Auf der Suche nach neutral gestimmter Materie, habe ich heute das Nachhausekommen so weit es ging hinausgezögert und einen Umweg über die Sauna gemacht. Allerdings drängt sich mir nach dem heutigen Besuch der Verdacht auf, dass die Liegen im Ruhebereich eine unheilvolle Allianz eingegangen sein könnten.

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